Donnerstag, 22. Februar 2018

Review: SUPA MODO (Berlinale 2018)

Wenn man von einem Film bereits nach fünf Minuten zum Weinen gebracht wird, aber ganz ohne Musikmanipulation, ohne Klischees, ohne Sentimentalität, rein durch die Figuren und das Schauspiel, dann darf man auf den Rest wahrlich gespannt sein! "Supa Modo" ist kein Real-Life Superhero Movie wie es der Trailer vielleicht suggerieren mag. Kein "Superman", kein "Kick-Ass", vielmehr ein "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" mit kindlicher Superheldengarnitur. Dazu eine Prise Gondry'scher Spieltrieb, eine Prise Spielberg'sche Staunen und ganz viel kenianische Filmbegeisterung.

Die Welt spricht aktuell von dem großen "Black Panther" (und das nicht ohne Grund). Aber der Panther verkommt zur kleinen Schmusekatze gegen die Kraft, die Furchtlosigkeit und die Anmut von Jo AKA Supa Modo! Eine realere, afrikanische Superheldin wird die Welt so schnell nicht erleben, die es mit ihrem Mut mit dem schlimmsten aller Gegner aufnimmt!

Was ich an diesem kleinen Film am meisten liebe, ist sein überbordender Optimismus, seine unglaublichen Laien-Darsteller, seine fantastische Kameraarbeit. Die Botschaft ist nicht neu, aber in den Landesfarben Kenias und transportiert von der Schauspielentdeckung des Jahres Stycie Waweru, war sie lange nicht mehr so klar und kraftvoll. Was Tom Tykwer und Marie Steinmann-Tykwer mit ihrer alternativen Produktionsfirma One Fine Day Films hier ermöglichen, ist außergewöhnlich und verdient großen Respekt!

Der Film wird bei uns wohl ein Festivalfilm-Schicksal fristen müssen. Um die Projektkoordinatorin zu zitieren "afrikanische Filme scheinen in Deutschland nicht so angesagt zu sein." Dazu kann ich nur an alle Verleiher plädieren: Schaut euch gefälligst diese Filmperle an! Mehr Lachen und Weinen, Hoffnung und Lebensfreude lässt sich in 74 Minuten nicht hineinpressen! Zumindest wurde ein Weltvertrieb gefunden, das lässt hoffen, wenn nicht für uns, dann zumindest für den Rest der Welt!


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