Mittwoch, 13. April 2011

Kinofilme - WORLD INVASION: BATTLE LA (Kritik)


KINO: World Invasion: Battle Los Angeles
Einer der weniger schlechten Blockbuster. Ohne seine verbale Penetranz würde der Film eigentlich auch Spaß machen. Eigentlich... 5/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

World Invasion: Battle Los Angeles
Pressehefte geizen nur selten mit Superlativen. Begeisterte Schauspieler erzählen von den zahllosen Talenten ihres Regisseurs, euphorische Produzenten schwärmen von der familiären Atmosphäre am Set, strahlende Autoren loben die Kuration der Umsetzung ihrer Drehbücher - alles eitler Sonnenschein. Manche Pressehefte besitzen sogar einen unfreiwillig komischen Mehrwert. Das von „World Invasion: Battle Los Angeles“ beispielsweise - den wir sinnigerweise kurz „BLA“ nennen wollen - in dem der Produzent erklärt, wie er dank seiner langjährigen Filmerfahrung sofort das Potential des Scripts erkannte und der Autor erzählt, wie er etwas vollkommen Neues machen wollte. Eine Invasionsgeschichte aus einer persönlichen Perspektive heraus erzählt, um den Zuschauer noch unmittelbarer ins Geschehen zu stürzen... da scheinen sich zwei gefunden zu haben.



Nach den juristischen Streitigkeiten zwischen den beiden Invasionsfilmen „Skyline“ und „BLA“ - die Produzenten und Regisseure des ersteren waren gleichzeitig auch federführend bei den digitalen Effekten von diesem Film und böse Zungen behaupten, „Skyline“ sei ein Low-Budget-Ripoff aus den Rohdaten von „BLA“ - interessiert nun natürlich zu aller erst, wie die neuste Weltinvasion im Vergleich zum filmischen Plagiat abschneidet. Zur allgemeinen Beruhigung, „BLA“ macht eine bessere Figur, schließlich schafft diese Invasion zwei entscheidende Voraussetzungen, die für ein Science Fiction-Film mit feindliche Außerirdischen unabdingbar sind: Der Film erzeugt Spannung und schafft es, den Zuschauer auf die Seite der eigenen Spezies zu ziehen, im Gegensatz zu gewissen anderen Filmen, wo man hoffte, die hirnrissigen Charaktere würden möglichst schnell möglichst qualvoll atomisiert werden. Doch machen wir uns nichts vor, auch wenn die erste Hälfte des Films durch die plötzliche Konfrontation und die pseudoauthentische Inszenierung einige spannende Allegorien erzeugt, zerplatzt die Filmblase spätestens in der zweiten Hälfte, wenn Aaron Eckhart sich nicht bloß durch die feindlichen Linien, sondern durch zahlreiche pathetischen Zeilen kämpfen muss. Es war abzusehen, dass der Film eine unreflektierte Beweihräucherung des US-Militärapparats werden würde und ein Lobgesang auf patriotisches Pflichtgefühl und Vaterlandsliebe. Aber dies ohne Atempause ständig vorgeführt zu bekommen, durchbricht öfters die tolerierbare Schmerzgrenze - dagegen wirkt selbst „Independence Day“ wie eine linksliberale, pazifistische Friedensbotschaft. Wer heute noch solche Dialoge wie in „BLA“ schreibt, gehört erschossen: Sätze wie "Lasst mich zurück!“ oder „Sagt meiner Frau, dass ich sie liebe!“ mögen für manche auf Papier zeitlos wirken, spätestens auf Zelluloid ist die Illusion dahin. Als dann noch der komplette Showdown von Emmerichs Invasionsspektakel kopiert wurde, war es um meine guten Vorsätze im Sinne von "Hauptsache BLA wird besser als Skyline, dann verzeihe ich ihm alles" geschehen. So vergebungsfreudig war ich dann doch nicht.

„BLA“ - sind treffende Akronyme nicht was tolles? - verfügt über eine passable Spannungskurve, vermischt die Inszenierung eines „Black Hawk Down“ mit dem Szenario klassischer Invasionsfilmen und hinterlässt damit einen bessere Eindruck als „Skyline“ oder „Sucker Punch“ - was wohl in diesem miserablen Blockbusterjahr als Leistung angesehen werden sollte. Ohne seine verbale Penetranz würde der Film eigentlich auch Spaß machen. Eigentlich... (Originalkritik für KultHit.de)

5/10

Ältere Beiträge, die dich interessieren könnten: