Dienstag, 20. März 2018

Kurzreview: I, TONYA (Oscars, 2018)

Der Ansatz von Drehbuchautor Steven Rogers, die widersprüchlichen Wahrheiten und Meinungen sämtlicher Beteiligter in "I, Tonya" einzubetten, diese mittels fingierten O-Tönen zu erzählen und so dem Zuschauer die Entscheidung über Wahrheit und Fiktion zu überlassen, ist der große Geniestreich dieses kleinen Films. Daraus entwickelt sich ein flottes Anti-Biopic irgendwo zwischen Komödie, Satire und Tragödie getragen von drei exzellenten Schauspielern und zahlreichen, grotesken Protagonisten. Eigentlich hält der Film seine Kamera nur auf die unsäglichsten und peinlichsten, wahren Momente, die sich Tonya Harding und ihr Ex-Mann erlaubten und füllt die Zwischentöne mit unterschiedlichsten, aberwitzigen Theorien. Hauptdarstellerin und Produzentin Margot Robbie wird in den kommenden Jahren sowohl vor als auch hinter der Kamera noch mit vielen großen Momenten und Filmen auftrumpfen. In diesem Fall bleibt sie jedoch im Schatten von Allison Janney, die den Oscar als beste Nebendarstellerin meiner Meinung nach bereits in der Tasche hat.

"I, Tonya" ist im Gegensatz zu seiner Protagonistin ein Sieger der Herzen. Ein Farbklecks, der jeden Filmabend bereichert. Regisseur Craig Gillespie empfiehlt sich nach dem fantastisch-wunderstvollen "Lars and the real girl" als Meister für kleine, abartige Indies mit dem gewissen Knacks.

P.S. Wo der Film sich nicht von der besten Seite zeigt: VFX. ich habe selten so dürftige Face Replacements gesehen. Ok, der Film hatte ein sehr enges Budget, aber gerade weil zwei der wichtigsten Szenen des Films davon leben, dass man Margot Robbie die Eiskunstszenen abkauft, die sie natürlich nicht selbst absolvieren konnte. Hier wären ein paar Dollar mehr gut investiert gewesen.

Donnerstag, 15. März 2018

Kurzreview: ANNIHILATION (2018, Netflix)

"Annihilation" ("Auslöschung") AKA der erste Film seit Langem, der in mir das Bedürfnis weckt, ihn mir sofort nochmals anzusehen. Um jede verborgene Note zu hören, jede verborgene Farbe zu erkennen. Ein direkter Nachfolger von Tarkowskis "Stalker", ein geistiger Bruder von "Arrival", ein heimlicher Verehrer von "Under the skin" und leidenschaftlicher Jünger von Kubricks Wahnsinn. Philosophische Science Fiction at its best (oder worst). Regisseur Alex Garland spielt mit den Mechaniken und den Genres, um am Ende die alle Gesetze der modernen Wissenschaft brechende Logik auch auf seinen Film anzuwenden. Es entstand der wohl impressionistischste und poetischste Vertreter seiner Art. Für Freunde mit guten Mägen und von Filmen wie 2001, Solaris, Sphere, Contact oder Arrival. Nur bedeutend abgründiger und blutiger.

Ich verstehe, warum die Sesselfurzer bei Paramount den Film an Netflix verhökerten. Nichts anderes tun Menschen, wenn sie etwas fürchten und/oder nicht verstehen. "Annihilation" ist kein Film mit dem Box Office Rekorde gebrochen oder Oscars gewonnen werden. Mit dieser Art von Film empfiehlt man sich als Visionär, hinterlässt eine kleine Kerbe in den Annalen und begeistert einen kleinen, aber sehr treuen Kreis von Filmliebhabern.

 

Donnerstag, 22. Februar 2018

Review: SUPA MODO (Berlinale 2018)

Wenn man von einem Film bereits nach fünf Minuten zum Weinen gebracht wird, aber ganz ohne Musikmanipulation, ohne Klischees, ohne Sentimentalität, rein durch die Figuren und das Schauspiel, dann darf man auf den Rest wahrlich gespannt sein! "Supa Modo" ist kein Real-Life Superhero Movie wie es der Trailer vielleicht suggerieren mag. Kein "Superman", kein "Kick-Ass", vielmehr ein "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" mit kindlicher Superheldengarnitur. Dazu eine Prise Gondry'scher Spieltrieb, eine Prise Spielberg'sche Staunen und ganz viel kenianische Filmbegeisterung.

Die Welt spricht aktuell von dem großen "Black Panther" (und das nicht ohne Grund). Aber der Panther verkommt zur kleinen Schmusekatze gegen die Kraft, die Furchtlosigkeit und die Anmut von Jo AKA Supa Modo! Eine realere, afrikanische Superheldin wird die Welt so schnell nicht erleben, die es mit ihrem Mut mit dem schlimmsten aller Gegner aufnimmt!

Was ich an diesem kleinen Film am meisten liebe, ist sein überbordender Optimismus, seine unglaublichen Laien-Darsteller, seine fantastische Kameraarbeit. Die Botschaft ist nicht neu, aber in den Landesfarben Kenias und transportiert von der Schauspielentdeckung des Jahres Stycie Waweru, war sie lange nicht mehr so klar und kraftvoll. Was Tom Tykwer und Marie Steinmann-Tykwer mit ihrer alternativen Produktionsfirma One Fine Day Films hier ermöglichen, ist außergewöhnlich und verdient großen Respekt!

Der Film wird bei uns wohl ein Festivalfilm-Schicksal fristen müssen. Um die Projektkoordinatorin zu zitieren "afrikanische Filme scheinen in Deutschland nicht so angesagt zu sein." Dazu kann ich nur an alle Verleiher plädieren: Schaut euch gefälligst diese Filmperle an! Mehr Lachen und Weinen, Hoffnung und Lebensfreude lässt sich in 74 Minuten nicht hineinpressen! Zumindest wurde ein Weltvertrieb gefunden, das lässt hoffen, wenn nicht für uns, dann zumindest für den Rest der Welt!


Samstag, 18. November 2017

Kurzreview: SIMPEL (Deutsches Kino, 2017)

Ich mag gar nichts schlechtes über diesen netten, kleinen Film sagen. "Simpel" ist witzig, er ist rührend, Lau und Kross harmonieren als Brüder wunderbar. Und die Nebenrollen sind teils irrwitzig besetzt.
Ich denke, es liegt einfach an mir, dass der Film trotz seinen redlichen Absichten nicht zündete. Nach mitreissenden Arthouse-Filmen wie dem spanischen "Me Too", in dem Schauspieler mit echtem Down-Syndrom sich direkt in mein Herz spielten, frei von Kitsch und voller Radikalität, kann ich in solch konventionelle Umsetzungen, wo dazu talentierte A-List Schauspieler "Full retard" gehen, nur noch bedingt eintauchen. Dazu kommt ein Drehbuch, welches die Herzlichkeit und Sensibilität vermissen lässt, mit der die Hauptdarsteller glänzen. Und gewisse unfreiwillig-komische Besetzungsentscheidungen tun ihr Übriges.
Während dem Kinobesuch bekam ich einfach Robert Downeys Stimme nicht aus dem Kopf, der ständig rief: "You went full retard, man. Never go full retard." Sorry, David.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Kurzreview: HBOs WESTWORLD (Pilotfolge, Kritik)

HBO gelingt mit "Westworld" sein persönliches "All Along The Watchtower", schaffte zusammen mit Jonathan Nolan, J.J. Abrams und Co. das (schier) Unmögliche: Michael Crichtons Klassiker neuzuinterpretieren, zu verfeinern, zu übertreffen. Science Fiction auf aller höchstem Niveau. Eine Symbiose aus Michael Crichton, Elon Musk, Peter Molyneux, Philip K. Dick, John Ford, Isaac Asimov und vielen mehr. Wenn die Serie hält was der Pilot verspricht, dann erwartet uns kein zweites "Game Of Thrones" (wie die Medien HBOs Zwang nach einem neuen Hit gerne umschreiben), sondern ein neues, wahrhaftiges "Battlestar Galactica" und damit ein Android's dream comes true! [TRAILER]



Dienstag, 23. August 2016

Kurzreview: SWISS ARMY MAN - Derb, makaber, wundervoll (Fantasy Furzfest, 2016)

"Where the Wild Things Are" meets "Botanicula" meets ganz ganz ganz viel Feenstauber aus der Wundertüte von Michel Gondry. Swiss Army Man verzaubert ab dem ersten Flatus aus dem fahlen, toten Arsch von Daniel Radcliffe. Bestes Gegen-den-Strich-Drehbuch seit "Being John Malkovich" und eine allerliebst detailverliebte (aber zugegeben stark fremdinspirierte) Umsetzung von zwei Newcomern, deren autistisch-geprägten Sinne, Herzen und Verstand sich mit dem Talent eines Spike Jonze verbunden haben. Eigentlich bin ich ohne Worte, aber eigentlich sprudelt man nach diesem Film nur so vor Eindrücken und Empfindungen. Dass solche Filme heutzutage (noch) finanziert und produziert werden grenzt an ein Wunder. Das Film(furz)wunder 2016! [TRAILER]

Um zu betonen wie wunder-wunder-wundervoll diese kleine Filmperle ist: Wo sonst bekommt man den Sinn des Lebens mit Hilfe von Jurassic Park erklärt - SINGEND!?! (Siehe Clip unten) Und das ist nur eine von vielen kleinen, unbeschreiblichen Szenen mit Radcliffe und Dano aus dem sich "Swiss Army Man" speist! [PROMOCLIP]


Montag, 2. Mai 2016

Kurzreview: Civil War, Marvel as usual (2016)

Meine Erkenntnis nach "Captain America: Civil War": Ich kann über den Film nichts schreiben, was nicht bereits auf das Dutzend Marvelfilme davor zutraf. Ein Winter Soldier 1.5 meets Avengers 2.5 inkl. Spider-Man und Black Panter Topping. Ein paar frische Farbschichten auf einer zu oft übermalten Leinwand. Ich sage was ich bereits bei Age of Ultron sagte: Das MCU braucht keine weiteren Phasen, die bloß Namen auf Namen stapeln, Spektakel durch Spektakel ersetzen und ein Plotbingo veranstaltet, sondern strukturelle Reformen. Die Marvelkinoformel funktioniert seit 10 Jahren unverändert und sorgte für mehr oder weniger beachtliche Unterhaltungsfilme. Doch die Luft wird immer dünner. Die innere Heldenzerissenheit ist das Weltretter-Stereotyp von heute, was Civil War zur Perfektion führt. Das ist Kritik an einem funktionierendem System auf hohem Niveau, schließlich beweist DC, wie ein fehlerhaftes System zu echtem filmischen Kollateralschaden führen kann. Für mich persönlich bleibt aber gerade nach Civil War die Erkenntnis, dass man modernen, komplexen (Comic) Vorlagen im Kino kaum mehr gerecht werden kann. Nicht seit dem uns gezeigt wurde, zu was eine Serie wie "Jessica Jones" im Stande ist. (7/10)


Sonntag, 10. Januar 2016

Kurzreview: THE REVENANT (Kino, 2016)


Eben "The Revenant - Der Rückkehrer" gesehen und für intensiv empfunden. Paar kurze Gedanken vor dem zu Bett gehen:

  • The Revenant ist der Terrence Malick Film, auf den ich seit 20 Jahren warte. 
  • Der Film hätte zum (zu) schlichten Survivalporno ausarten können - tut es an manchen Stellen vielleicht auch - rettet sich aber stets durch seinem Widerwillen, zu schablonenhaft zu werden, insbesondere in der Darstellung seiner Figuren. 
  • Selten wurde der Wilde Westen seinem Namen so gerecht. Weit weit fernab jeglicher John Ford und John Wayne Romantik. 
  • Ein Satz, den ich nie wieder sagen werde, aber hier zutrifft: The Revenant hätte ich gern in nativem 3D gesehen. Allein wegen den Landschaften und unendlichen Tiefen. Allein wegen Lubezkis (erneut) famosen Kameraarbeit. Allein für DiCaprios gefrorenen Atem, der mehr als nur einmal dem Zuschauer entgegen schwappt. 
  • Tom Hardy hatte bei Mad Max im Vergleich eine unglücklich eintönige Rolle. Zum Ausgleich bekam er hier die einzig nennenswerte. Bronson meets Bane im Redneck Outfit. 
  • Bei aller Ursprünglichkeit und dem Willen ohne künstliches Licht zu arbeiten, die immense Postproduktion beißt sich damit erheblich. 135 Mio. Dollar soll der Film gekostet haben. Und ja, man sieht es ihm an. 
  • Man vergisst relativ schnell, dass man DiCaprio beim Sterben zusieht und kauft ihm die Rolle auch gerne ab. Dennoch, irgendetwas an seinem Spiel erinnert mich frappierend an Ben Stillers Tropic Thunder. Die Nennung seines persönlichen Kochs im Abspann tat ihr übriges. 
  • Für Iñárritus Verhältnisse ein sehr geradliniger Film aber trotz der technischen und finanziellen Dimensionen der Produktion ein gewohnt intimer. 
  • Amores Perros und Biutiful bleiben meine Favoriten im Schaffen des Regisseurs, aber Iñárritu mausert sich langsam zum Shapeshifter à la Danny Boyle. Kein Genre, das er nicht beherrscht. Keine Herausforderung, der er nicht gewachsen ist. 
  • 8/10

PS: Die Reihe Filmstudenten hinter mir (gemutmaßt HFF) ließen an dem Film kein gutes Haar, aber die schienen ohnehin alle mehr Ahnung von der "Craft" zu haben Iñárritu und sein Team.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Kurzreview: SUPERGIRL, Wha-Pow! (Serie, 2015)



Die charmante Einfältigkeit von Lois & Clark, die Cheesyness von Smallville und über all dem der Glanz der frühen Richard Donner Superman Filme. Zugegeben, dieses Supergirl ist mit dem Holzhammer gezimmert, der große horizontale Bogen, der bereits im Piloten komplett vorweggenommen wird, möchte man am liebsten zurück in in die 90er werfen. Aber, bei Jor-Els gebleichten Arschhaaren, diese Dame hat Charisma, mit Calista Flockhart die perfekte Symbiose aus J.J. Jameson und Anna Vintour an ihrer Seite und trifft den Superfan direkt mitten ins güldene Emblem. Hatte allein in den ersten 15min mehr Gänsehaut als während allen DC-Kinofilmen der letzten Jahre zusammen. Wha-Pow!
(Nur das mit dem musikalischen Heldenthema müssen wir noch üben. Zumindest eine Anlehnung an das Goldsmith Thema aus 1984 wäre drin gelegen. Stattdessen gibts TV-Retortenbrei. Die Amis können seriell viel, aber für einen anständigen Score reicht selbst bei denen das Budget dann doch nicht...)

Sonntag, 6. September 2015

Sharknado 3 - Dank #Schlefaz ein Meta-Mett-Spektakel mit Biss


Trotz Netflix Serien wie Narcos, Brooklyn Nine-Nine und Puffin Rock kann jetzt bereits gesagt werden: Mein absolutes Wochenend-Highlight war (überraschenderweise) Sharknado 3. Nicht etwa aufgrund eines flatulenten Films oder seltendämlichen Schauspielern. Oh nein! Sondern wegen unseren beiden ‪#‎Schlefaz‬-Schlawinern Oliver Kalkofe und Peter Rütten. Ein füchterlicher Film ist eine Sache. Eine süffige Schimpftiradenmoderation eine andere. Aber wenn Olli und Päter einen simplen Cameoauftritt (toller PR-Stunt übrigens, TELE 5!) zum spitzbübischen TV-Event ausschlachten, daraus ein Meta-Mett-Spektakel mit Filmblut und Olli Schulz basteln und als Sahnebonbon uns am Ende noch eine einstündige Reportage gönnen, die die banale Bananafilmproduzentenbude The Asylum mal so richtig schön durch die Analluke zieht, dann weiß man, warum Tele 5 der einzige deutsche Fernsehsender ist, den man als kulturbegeisterte, nicht-greise Cineastenflitzpiepe ernst nehmen kann.

Hoch die Cocktailtassen, auf dass das schaurig-schöne Schlefaz-Finale Tele 5 feuchte Quotenträume bescheren möge!

---> Schlefaz und Reportage gibts die nächsten Tage natürlich auch online zu bestaunen!


Donnerstag, 2. Juli 2015

Kurzreview: Andy Weirs DER MARSIANER (Buch)

Andy Weirs "Der Marsianer" (Heyne Verlag) ist wahrlich ein fesselndes Buch. Eine ausgeprägte Handlung sucht man zwar vergebens. Echte Konflikte mit echten Opfern sind auch rar gesäht. Stilistisch noch sehr rudimentär. Aber diese Mischung aus Marlen Haushofers "Die Wand" und "Apollo 13" verrührt mit einer großen Portion MacGyver ist enorm unterhaltsam. Ungemein lakonisch. Wissenschaftlich - soweit ich es nachvollziehen kann - plausibel oder zumindest ausgezeichnet so getan als ob.

Ridley Scotts Verfilmung kann also kommen. Sieht soweit auch vielversprechend aus (siehe Trailer). Nur Matt Damon als Mark Watney ist ein saurer Drops, der das ganze in die assoziationsschwangere "Saving Private Ryan in Interstallar Space"-Ecke drängt . Warum kein Ryan Phillippe? Jason Bateman? Ryan Gosling? Irgendein talentierter Thirtysomething, der nicht so besudelt ist wie eine Raststättenkloake und etwas mehr Wandlungspotential mitbringt. Dass sich ein Määät Dääimäään wesentlich besser verkauft ist schon klar. Ich mein ja nur... (8/10)


Samstag, 3. Januar 2015

Kurzreview: FURY - HERZ AUS STAHL (2015)

"Fury", eine im besten und schlimmsten Sinne amerikanische Antikriegsparabel. Bildgewaltig und mitreissend in den Actionszenen, den guten alten "Kriegsbrüdereid" beschwörend, aufdringlich und belehrend zwischen den Zeilen. Aber leider nicht nur dort. Am Ende erwacht wahrlich der Ami im Tank dieses Actionvehikels und feuert nicht nur inhaltlich aus allen Rohren, sondern schießt dem Zuschauer auch sämtliche US-Kriegsfilmklischees um die Ohren. Bulletproof Helden, Götzenanbetung, Helden Verklärung, "Ich habe Angst"-Dialoge, die Reihenfolge und Art, welche Figuren wie das Zeitliche segnen. "Fury" möchte sich im Canon von "Band of Brothers" einreihen, verkommt aber dabei immer mehr zu einem "Saving Private Ryan" auf Ketten. Fesselnd und furchteinflößend zu Beginn; aufdringlich und belehrend in der Mitte; kaum mehr zu ertragen amerikanisch am Ende.
Auf 60 Minuten gekürzt ließe sich vielleicht tatsächlich eine gute BoB Folge daraus basteln. Dann aber bitte ohne Brad "Ich mime John Waynes nassen Pudel" Pitt. So sehr ich dich mag, Brad. Deine Superstarvisage hat in solchen Filmen nichts zu suchen. (6.5/10, Trailer)


Mittwoch, 31. Dezember 2014

Kurzreview: MOMMY (2014)

"Mommy" ist inhaltlich wie visuell einer der prägendsten Filme 2014, der mit seinem 1:1 Bildformat eine teils unerträgliche Nähe zu den Figuren erzeugt und gleichzeitig mit der Durchbrechung die Katharsis der Figuren auf den Zuschauer überträgt. Dazu ein einzigartiger Soundtrack aus alten nicht selten kitschigen Songs, die durch die Figuren emotional neu aufgeladen werden und einen Metakontext für Film und Zuschauer erzeugt. Regisseur Xavier Dolan gelang eine unverblümte Ode an die unermüdliche Mutterliebe, wie man es ihm kaum zugetraut hätte. Eine leise, kraftvolle Abbitte als Gegengewicht zu seinem zynischeren Erstlingswerk. Fast.
Wieso Dolan, das Regiewunderkind von einst, am Ende des Films sich aber dazu verleiten lässt, seine Mutterfigur endlos über Hoffnung reden zu lassen statt den Film einfach zehn Minuten früher inmitten ihrer hoffnungsschwangeren, tragisch-ehrlichen Fantasiewelt auszublenden, das blieb mir verborgen und hinterlässt bei mir einen unerwartet negativen Eindruck. Dolan konstruiert ein bizarres Bild von einem fiktiven Kanada um der Mutter auf der Zielgeraden doch noch den Boden unter den Füßen weg zu ziehen. Was willst du mir damit sagen, Xavier? Denn ohne den Hoffnungsmonolog, ohne Toronto, ohne Steves irritierend-banalen, weil bedeutungsschwangeren Ritt in den Sonnenuntergang wäre "Mommy" soviel stärker in seiner Aussage, in seiner Wirkung, in meinem Wunsch, den Film uneingeschränkt zu lieben. Vielleicht mein Fehler, denn ich hatte während des Films echte Hoffnung für die Familie Després. (8.5/10, Trailer)



Montag, 29. Dezember 2014

Kurzreview: THE THEORY OF EVERYTHING (2014)

Eigentlich nur ein weiteres Biopic. So konventionell, wie man sich es nur vorstellen kann. Wäre da nicht ein Hauptdarsteller, der jegliche Konventionen überstrahlt. Und wäre da nicht eine real existierende Ikone, deren Persönlichkeit und Werk zehn Filme mit Charisma und Faszination füllen könnte. Eddie Redmayne IST Stephen Hawking. Und Stephen Hawking IST Gott. Ergo: "Theory of Everything" IST (trotz Schwächen und reichlich ‪‎"A Beautiful Mind"-Assoziationen) absolut sehenswert, ungemein gefühlvoll und auf sehr menschliche, völlig unwissenschaftliche Art und Weise inspirierend. (7.5/10, Trailer)



Donnerstag, 14. November 2013

Ein Blog im Winterschlaf

Kurzes Lebenszeichen von mir. Ja, Olo lebt noch. Nein, OlosBlog wird bis auf Weiteres ein trostloser Ort bleiben.

Die Gründe sind recht simpel. Ich konzentriere meine Blogkräfte seit längerer Zeit auf ein anderes Baby von mir (ANIch) und schreibe generell aktuell vermehrt für fremde Plattformen. Privat lasse ich mich über meine Lieblingsthemen auf Facebook aus, wo ich dieselben geistlosen/vollen Kommentare vom Stapel lasse wie hier. Wenn euch das interessieren sollte, könnt ihr mich abonnieren.

Aber OlosBlog wird sicherlich nicht eingestellt, sondern bis zu seiner Reaktivierung in einen ausgedehnten Winterschlaf geschickt. Bis dahin empfehle ich euch bei ANIch vorbei zu schauen, solltet ihr denn ein Herz für Animation und Animationsfilme hegen. Aber wer tut das nicht? ;)


Donnerstag, 18. Juli 2013

Filmreview - PACIFIC RIM (Kritik)


Film: Pacific Rim
Die Neon Genesis Evangelion-Verfilmung, die wir nie bekommen werden. Del Toro mag sich seinen eigenen, persönlichen Anime-Kaiju-RipOff zusammengebastelt haben, aber das auf so fesselnde Weise, dass man ihm am Ende seine Füße küssen möchte. 8/10

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Donnerstag, 6. Juni 2013

Kurzreview - SEELEN (The Host)

Kurzreview: Seelen (The Host)
Objektiv betrachtet ist "Seelen" eine sehr bittere, unfreiwillig komische Pille. Dialoge wie heiße Stecknadeln, eine Handlung wie ätzendes Gift. Stephanie Meyer versteht von Sci-Fi soviel wie Carl Sagans Putzfrau. Darüber hinaus ist dieser Film so unglaublich prüde, beinahe frigide, wie es nur eine Meyer Zustande bringt. Das gipfelt in Dialogen die wie Bauklötze ins Trommelfell des Zuschauer hämmern. Das Schlimmste, Regisseur udn Drehbuchautor Andrew Niccol transferierte die Gedankenwelt der Romanheldin per Voice Over in den Film. Ein Tritt in die Kniekehlen jedes Autoren und literarisch interessierten Menschen.

Aber, trotz allem (und vor allem weil 2013 eine Sci-Fi Enttäuschung nach der anderen auf uns losgelassen wurde) besitzt "Seelen" einen gewissen Charme. Gegen Ende scheinen sogar einige existenzielle Fragen durch, die ansatzweise das Prädikat "Sci-Fi" verdienen. Besonders aber die Atmosphäre und Hauptdarstellerin Saoirse Ronan verdienen Respekt. Und auch Niccols Regie, der trotz der teils unglaublich dämlichen Plotelemente am Ende die richtigen Knöpfe beim Zuschauer zu drücken vermag.

"Dreamcatcher" meets "GZSZ" meets prosaischer Edeltrash, der nüchtern betrachtet schmerzt, aber als Fremdschämorgie und Guilty Pleasure durchaus Spaß bereiten kann. Objektiv: 4/10 | Gefühlt: 6.5/10



Samstag, 18. Mai 2013

Filmreview: EPIC - VERBORGENES KÖNIGREICH (Kritik)


Film: Epic - Verborgenes Königreich
Wer wieder einmal staunend im Kino sitzen, echte Abenteuerluft atmen und Wind in den Haaren spüren möchte – und dabei keinen Wert auf Originalität legt – dem steht mit Epic ein (fast) episches Abenteuer bevor. So lebendig, frei und abenteuerlustig hat man sich seit seinem letzten Sommerausflug nicht mehr gefühlt.

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Montag, 1. April 2013

Filmreview - LIBERAL ARTS (Kritik)


 Film: Liberal Arts
Josh Radnors Garden State. Ein Film, der zu Recht zu den besten, unbekannten Filmen 2012 gezählt und bei uns eine traurige DTV-Premiere feiern wird. Irgendwann.

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Dienstag, 19. März 2013

Exklusive STAR TREK INTO DARKNESS Preview in Berlin (Erster Eindruck)

Bad Robot und Paramount luden zum exklusiven Star Trek Into Darkness Screening in Berlin, wo die ersten 30 Minuten plus zwei zusätzliche Szenen aus dem letzten Drittel des Films gezeigt wurden. J. J. Abrams war zwar nicht vor Ort, sondern sprach nur ein kurzes, per Video aufgezeichnetes Intro für Bryan Burk, Produzent von Bad Robot, der an dessen Stelle in Berlin anwesend war. Hier die Highlights des Screenings. (verfasst für Movie-Infos)

- Bryan Burk ließ die Journalisten fast 45 Minuten warten, was aber nicht weiter wild war, da es Häppchen und Getränke gab und jede Menge Nerdtalk für Kurzweile sorgte.

- Endlich saß man im Kinosaal. J. J. Abrams meldete sich mit kurzen Worten über Leinwand zu Wort und versuchte sich als Standup Comedian. Wirklich wichtiges zu sagen hatte er aber nicht.

-  Bryan Burk betrat die Bühne und bekannte sich von Anfang an: Nein, er wäre kein Trekkie und war es nie. Was ihn aber als Produzent der neuen "Star Trek"-Reihe prädestiniert. Sie wollten wieder wie beim ersten Film, beide Zuschauergruppen ansprechen, Trekkies aber auch das breite Publikum.

- Der Produzent zeigte sich schockiert, dass Deutschland nur noch ein richtiges IMAX-Kino besitze. Sie planen Gespräche mit deutschen Kinobetreibern, um den deutschen Fans auch die Möglichkeit zu geben, die IMAX-Variante des Films zu sehen. Nette Worte aber bis zum Kinostart kaum umzusetzen.

- Obwohl Burk lang und breit über die Nachteile von IMAX-Drehs und den Fluch von IMAX-Kameras redete, so konnte er mit simplen Worten zusammenfassen, warum auch "Star Trek 2" wieder mit IMAX Kameras gedreht wurde: Die Bilder seien trotz allem einfach fantastisch.

- Die Ziele der Filmemacher für Teil 2: Mehr Action, mehr Drama, einfach mehr. Oha...

- Aber nun zum Film: Ab jetzt folgen einige Spoiler! 

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