Mittwoch, 3. Februar 2016

#ProjectMomentum: Figureneinführungen, Meerjungfrauen & Kinoentzug

Dritte Woche #ProjectMomentum...

Worum geht's? Hier nachlesen!

Was diese Woche geschah...
  • 1 Buch: Mission "Weissenseekonnte noch nicht fortgesetzt werden. "The 21st Century Screenplay" von Linda Aronson hatte meine Aufmerksamkeit zu sehr beansprucht. Bin eher zufällig über einen Tipp von Huan "Die Farbe" Vu darauf gestoßen, hat mich dieses Buch jedoch sofort in seinen Bann gezogen. Huan sagte dazu "Anything you need to know about non-linear storytelling with flashbacks and time jumps is in her book. If Christopher Vogler is the Yin of screenwriting, then Linda Aronson is the Yang." Dem kann ich nur beipflichten, dabei hab ich erst ein Drittel des Buches durch. Ich stehe Fachliteratur über das Drehbuchschreiben mittlerweile kritischer gegenüber. McKee sehe ich eher als ein Ratgeber fürs Leben als fürs Drehbuchschreiben. Vogler hat seine Daseinsberechtigung, aber sollte 2016 bitte nur noch als historische Quelle genutzt werden. Dito Field. Gut zu kennen, aber bitte nicht blind nachahmen. Goldmann schätze ich sehr, keiner zieht so schön über Hollywood her und vermittelt einem dabei noch wertvolle Tipps aus dem Leben eines gepeinigten Drehbuchschreiberlings. Snyder ist überbewertet aber zugegeben, seine Katzenbibel liest sich wunderbar leicht. Kurzum, viele der sogenannten Gurus finden schöne, wahre und manchmal auch präzise Worte wie man Drehbücher schreiben KANN. Nur lenkt es eigentlich nur davon ab, dass man selbst etwas schreibt. Prokrastinationalarm und so.
Logo #ProjectMomentum, (c) Lisa Steinbrück
  • 2 Filme: Ich schaff es einfach nicht ins Kino. Shame on me. Anomalisa, Creed, The Danish Girl, Brooklyn, The Big Short. Pustekuchen. Ich hab im Zuge meiner Recherche zumindest Lilo & Stitch geschaut, ein Film über zwei Geschwister-Waisen im Clinch mit den eigenen Alltagsproblemen und hartnäckigen Jugendamt. Gutes Beispiel wie komplexe, soziale Probleme auf ein verständliches Maß runtergebrochen werden können, ohne dabei an Dramatik oder Glaubwürdigkeit zu verlieren. Das Setting angesiedelt in einem von Armut geprägten Hawaii verbunden mit toten Eltern, auf sich allein gestellte Kinder und Behörden, die Familien in zwei reissen, wäre für einen Disneyfilm bereits ohne eine außerirdische Killermaschine mit Faible für Elvis gewaltiger Tobak. Nicht umsonst einer der schändlich unterbewertetsten Disneyklassiker. 
  • 7 Drehbuchseiten: Ich sitze aktuell an zwei wichtigen Figureneinführungsszenen. Einmal von Sharon (meiner kindlichen Protagonistin) und einmal von Jule, einer Nebenfigur, die der moralische Kompass des Films werden dürfte. Beide Szenen müssen viele Informationen vermitteln. Wer sind sie? Wie sind die Beziehungen? Dazu wird der Hauptschauplatz, eine Berliner Platte, ein Mikrokosmos im Berliner Überkosmos, eingeführt. Gleichzeitig darf die Handlung nicht stoppen. Als die erste Szene des gesamten Films soll sie den Ton des Films definieren. Muss visuell genug Potential besitzen um die Zuschauer neugierig zu machen, aber auch nicht zu sehr von der eigentlichen Attraktion des Films - Sharon - ablenken, die hier ihren Sherlock Moment erlebt. Gregor wartet auf die Szenen, darum soll das fürs Erste reichen.  
  • 7 Stunden Story Development: Bei Gregor konnte ich nicht viel tun (oder Greg?), also schraubte ich an einer Kurzgeschichte aka Comic an der ich seit November sitze. Eine Zusammenarbeit mit der begnadeten Illustratorin Karoline Pietrowski. Ich würde es eine persönliche Interpretation von Andersens "Die kleine Meerjungfrau" nennen. Mit einer Prise The Shining, E. A. Poe und Heidi. Inspiriert von Del Toros Crimson Peak.
Fazit: Nicht die produktivste Woche. Ich werde darum die oben erwähnte, erste Drehbuchszene zum Anlass nehmen um direkt mit dem Drehbuch weiterzufahren. Ich tendiere ohnehin zu extremer Prokrastination. Das Lesen von Drehbüchern, über Drehbücher und das Verfassen von Outlines für Drehbücher ist nur eine andere Form mich von dem eigentlichen Drehbuchschreiben zu drücken. Gefahr erkannt. Nun geht es ans Bändigen!

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Hard but unfair, die andere (Blog)seite zum #ProjectMomentum aus der (englisch verfassten) Sicht von Gregor, meinem Partner in Crime. Alle Beiträge zu diesem Schreibprojekt werden bei ihm und bei mir unter dem Hashtag #ProjectMomentum gesammelt. Unsere bisherigen Drehbücher lassen sich hier nachlesen.

1 Kommentar:

  1. Wegen eine Erkältung und der Fasnacht (in der Reihenfolge) bin ich etwas zurückgefallen aber es kommt jetzt wieder. Habe grad fEedback gegeben und werde nochmals ein wenig Schreiben heute. Ein Pfui gibts für Bücher über Drehbücher und ein Hui für Lisas #ProjectMomentum Logo.

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