Freitag, 11. Januar 2013

Kinoreview - SILVER LININGS PLAYBOOK (Kritik)


Kino: Silver Linings Playbook
Ein Little Miss Sunshine für abgefuckte Romantiker oder ein ent-hipsterisiertes (500) Days of Summer mit einer schönen "Der Weg ist das Ziel, aber vergiss das Ziel dabei nicht"-Botschaft. 8/10

> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film



Silver Linings Playbook
Man liest nicht selten, Silver Linings Playbook wäre "so ganz anders als 0815-Rom-Coms". Da bin ich anderer Meinung. Die alte Hollywoodformel kommt auch hier zum Zuge, nur wurde sie durch die ungeschönten Charaktere und die Inszenierung besser kaschiert (und einiger Indiemarotten, die aber mehr aufgesetzt als nativ wirken). Die Charaktere sind in ihrer Färbung einzigartig, aber gleichzeitig ohne Probleme in ihre Stereotypen zerteilbar. Die Figuren und ihre Beziehungen zueinander erlauben einem sich sofort darin wieder zu erkennen. Im Grunde ist dies das Geheimnis jedes guten Films - manchmal auch der erfolgreichen. 
Pat und Tiffany sind bloß die Spitze des Komplexberges, interessant wird es bei der Familie oder den zahlreichen Nebencharakteren. Aber gut, David O. Russell für seine Schreibe zu loben ist, als würde man John Williams für seine Melodien oder Michael Bay für sein Actionfeuerwerk rühmen. Kalter Kaffee. 
Die große Kunst von Russell besteht darin, den Film nicht in den Morast einsinken zu lassen in dem die meisten Vertreter dieses "Genres" (eigentlich beider Subgenres, RomCom und Indiedrama) stecken. Russell schleift nicht alles rund und tunkt es am Ende noch in Zuckerglasur, trotzdem würde ich fast behaupten, SLP ist sein bislang konventionellste Werk. Süffisanteste. Trotz mancher Eigenheiten fühlt sich der Zuschauer am Ende überraschend gut. Es bleibt zwar die Erkenntnis, dass der Film sich kaum von 1000 anderen unterscheidet. Aber es stört nicht, weil - richtig erkannt - die Charaktere das Salz in der Suppe darstellen. 
Was mir an Silver Lining Playbook ausserdem sehr zusagte war seine offene und leidenschaftliche Art sich für Toleranz und gegen Vorurteile auszusprechen. Der Film sagt dem Spießertum den Kampf an und das punktet bei mir auch in der millionsten Ausführung. Kurzum, ein Little Miss Sunshine für abgefuckte Romantiker oder ein ent-hipsterisiertes (500) Days of Summer mit einer schönen "Der Weg ist das Ziel, aber vergiss das Ziel dabei nicht"-Botschaft.

8/10

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