Montag, 15. Oktober 2012

Kurzreview - HOTEL TRANSILVANIEN (Kritik)

Kurzreview: Hotel Transilvanien (Hotel Transylvania)

Sony Pictures Animation hat bei mir seit Surf's Up und insbesondere Cloudy with Chance of Meatballs einen immens großen Stein im Brett. Ihr offener und selbstironischer Umgang mit sich, Genres und Stereotypen waren und sind eine Wohltat in der ansonsten festgefahrenen, US-amerikanischen Animationswelt. Ihre Nuancen machen den Unterschied. Mit Genndy Tartakovsky haben sie für ihr neuestes Werk Hotel Transilvanien auch einen Regisseur verpflichtet, der perfekt in dieses Portfolio passt. 

Auf den ersten Blick scheint der Film auch zu halten, was man sich versprach. Die angestaubten Horrorikonen wurden nicht ungeschickt zweckentfremdet und auf den Kopf gestellt. Die Handlung und die Charaktere sind simpel aber funktionell. Doch war es das wirklich schon? In Anbetracht moderner Sehgewohnheiten, Erzähltechniken und nicht zuletzt der vorhergehenden Sony Produktionen erscheint das reichlich antiquiert trotz der einen oder anderen geglückten, ironischen Anspielung. Stattdessen treiben eine angestaubte Coming of Age-Geschichte und ein überfürsorgliches Elternstereotyp im Hotel Transilvanien ihr Unwesen. Nach Filmen wie Findet Nemo, Rapunzel oder Merida fühlt man sich von solchen Instantcharakteren nicht bloß gelangweilt, sondern für dumm verkauft. Natürlich ist der Film unterhaltend, glänzt mit einigen netten Einfällen und macht im Grunde nichts falsch. Aber im Jahr 2012 n.Chr. bekommt man für solch konventionelle, weichgespülte Produktionen keinen Blumentopf mehr geschenkt. So liegt es nun an Tim Burton, Tartakovsky zu zeigen, wie man Kinder und Erwachsene gleichermaßen das Gruseln lehrt ohne eine der beiden Seiten zu über- oder unterfordern.  7/10

> T r a i l e r

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