Dienstag, 16. Oktober 2012

Kurzreview - DREDD 3D (Kritik)

Kurzreview: Dredd 3D

Zwei Judges, ein Megatower voller mieser Typen und zu oberst die diabolische Oberschlam*e. Die Hard auf LSD, The Raid in Neonfarben. Slys Judge Dredd mit Eiern und ohne Milchbart. Der Film ist geradlinig, auf ein äusserstes Minimum reduziert und hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Er knallt rein, als ob Dredd höchst persönlich seine Lawgiver-Knarre einem in den Allerwertesten schiebt - und abdrückt.


Wenn es etwas seriöser sein soll: Autor Alex Garland (28 Days Later, Sunshine) versteht sich darauf, auch einfache Plots glaubwürdig und stimmig zu zeichnen. Keine zu hohlen Phrasen, keine zu gestellten Liebeleien, konstruierte Handlungsstränge sucht man bei ihm (meist) vergebens. Das prägt auch Dredd. So simpel seine Prämisse ist, verleiht Garland den wenigen Elementen, die er verwendet, Glaubwürdigkeit. Dredd ist wahrlich kein Mann der vielen Worte und genau so wurde auch der Film angelegt. Weniger ist mehr, ausser Blut, Blei und Zeitlupen. 

Pete Travis verstand diesen Minimalismus gekonnt einzufangen. Eigentlich beschränkte er sich auf eine einfache Idee: Die Umsetzung eines Rauschzustandes. Bei der im Film SlowMo genannte Droge ist der Name Programm. Sie bremst die Wahrnehmung und Reaktionszeiten des Konsumenten und lässt ihn eine ultimative Zeitlupe erleben. Die perfekte Steilvorlage für einen Regisseur. So überrascht es nicht, dass viele Szenen in verlangsamt ablaufen. Aber nicht sinnlos, nervtötend und ohne Motivation wie es Zack Snyder oder Paul W. Anderson gerne tun, sondern stets mit dem Auge auf der Dramatik der Szene. Selbst eine Prise Gesellschaftskritik kommt auf leisen Pfoten in Form des Judges in Spe Anderson. Sie ist als Frischling in eine neue Welt geworfen worden und arrangiert sich damit mit subtiler aber klarer Botschaft am Ende. 

Keiner knurrt "I am the law!" so zähneknirschend wie Karl Urban. Urban ist Dredd und Dredd bleibt Dredd. Von Charakterentwicklung kein Spur. Warum auch, Dredd glaubt an das was er tut und das ist richtig so. Nicht weil es richtig ist, sondern weil er Dredd ist. Das haben die Filmemacher verstanden und das macht den Film zum Erlebnis. 8/10


> T r a i l e r

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