Samstag, 3. März 2012

Kurzreview - SHAME (Kritik)

Kurzreview: Shame
Steve McQueens "Shame" lässt tief blicken. So hüllenlos sich Fassbender hier präsentiert (die Untertreibung des Tages) so nackt entblättert McQueen die Psyche seiner beiden Geschwister-Protagonisten. Ein emotional isolierter, künstlich erschaffener Halbautist und seine Borderline-Schwester als Produkt ihrer Kindheit. Sie sehnen sich nach Wärme, Normalität. Zufriedenheit. Mit langen Einstellungen fordert der Film seinen Schauspielern und dem Publikum einiges ab. Sexsucht, Bindungsängste, Borderline, Missbrauch. Die Themen greifen tief und doch werden sie nur geflüstert. Kein Film für Escapisten, Romantiker oder befriedigungsheischende Stalker. Im Vergleich zu "Shame" wirkt das wahre Leben wie ein Liebesfilm mit Zuckerguss. "These little town blues, are melting away, I'll make a brand new start of it. In old New York" Sinatras Klassiker, wundervoll interpretiert von Carey Mulligan, entlockt dem Film seine wahren Abgründe.  8/10

Nachtrag: Im Netz herrscht eine (konstruierte) Diskussion darum, ob es sich bei Shame um Kunst oder Pornografie handle. Für das prüde Amerika mag nackte Haut und Fassbenders omnipräsenter Piepmatz ausreichen, um ihn als Porno abzustempeln. Und natürlich Carey Mulligan, die sich ebenfalls komplett entblättert. Aber beide Figuren sind in ihrer Psyche dermaßen kaputt, dass ihre Körper bei aller Fangehabe nichts erotisches mehr ausstrahlen. Das von mir gewählte Poster wurde übrigens in Ungarn verboten.
> T r a i l e r

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