Kurzreview: Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy)
Völlig unbedarft, ohne das Buch von John le Carré noch die BBC-Verfilmung zu kennen, eröffnete sich mir ein Film, dessen entschleunigte Oberfläche wie Balsam auf der gereizten Cineastenhaut wirkt. Alte Männer spielen Kalter Krieg fernab von Agentenklischees und Actionszenen. Darunter offenbart sich eine der verschachtelsten und forderndsten Erzählungen seit langem. Man wird von Informationen nahezu erschlagen, reiht im Kopf A an B und versucht mit dem Film Schritt zu halten. Wie in seinem Meisterwerk "So finster die Nacht" beweist Regisseur Alfredson auch in "Dame, King, As, Spion", dass er den eisigsten Szenarien einen Funken zwischenmenschliche Wärme und Romantik abringen kann, selbst dem Kalten Krieg. "Drei Tage des Condor" trifft auf "Die üblichen Verdächtigen" mit einem Starensemble, dass mit Blicken statt mit Worten dem Zuschauer zusetzt und die Suspense greifbar werden lässt. 9/10
> T r a i l e r
Montag, 30. Januar 2012
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