Donnerstag, 25. August 2011

Rückblick - FANTASY FILMFEST 2011 (Kurzreviews)


Das war also das Fantasy Filmfest 2011. Erneut ein sehr guter Jahrgang, darum ohne lange Vorrede, hier die von mir gesichteten Filme, geordnet nach Wertung:

Hesher (Trailer)
Erwartung: Joseph Gordon-Levitt als chaotischer Pyromanen-Slacker in einer "Symphony of Destruction" und Rainn Wilson sowie Natalie Portman mitten drin. Der Trailer sagt alles!
Meinung: Könnte man doch nur jeden Tag einen Film wie Hesher sehen. The Big Lebowski des neuen Jahrtausends mit einer kleinen Portion Highway to Heaven und VIEL Metallica. Ein unbestrittenes Highlight des Festivals und einer der besten Filme den ich dieses Jahr sehen durfte. GARANTIERT! - "Was ist grün, schleimig und riecht nach Schinken?" ^^
Wertung: 9/10

Super (Trailer Clip)
Erwartung: Mein persönlicher Hoffnungsträger Nummero Uno. Dieser Film wird EPISCH!! Batman, Kick-Ass, Defendor und Griff können einpacken! Warum? Siehe Trailer und Clip! 
Meinung: Als ob Bonnie & Clyde es mit Mary & Max auf dem Rücksitz von Black Dynamites Karre treiben und dabei über Kick-Ass, Jesus und Juno samt Kind hinweg donnern - und sie in ihren Gedärmen liegend am Straßenrand zurücklassen. Ich wusste, dass der Film seinem Namen alle Ehre machen würde, aber mit seiner Genre sprengenden Durchtriebenheit und Furchtlosigkeit sowie psychologisch erstaunlich tiefschürfenden Ansätzen ließ er mich dann doch etwas (euphorisch) schockiert zurück.
Wertung: 9/10

Attack the Block (Trailer)
Erwartung: Produziert von Edgar Wright, verkürzt dieser Film die Wartezeit auf The Worlds End wie kein anderer. Aliens landen in Londons Gangsterviertel und die dort ansässigen Kleinkriminellen und Halbstarken sind not amused.
Resultat: Shaun of the Dead mit Aliens. Die Hard mit Aliens. Aliens mit Ghettokids. Die Muppet Show mit blutrünstigen Aliens. Alles trifft zu und macht aus dem Film ein nerdiges, verdammt gutes Regiedebüt.
Wertung: 8/10

Perfect Sense (Trailer)
Erwartung: Die Stadt der Blinden ohne Zeigefinger, mit Eva Green und Ewan McGregor als Liebespaar in mitten einer apokalyptischen Pandemie. Die Tagline lautet: "A modern Lovestory" und das während die Menschheit zu Grunde geht. YES!
Meinung: Poetisch, nachdenklich, hintergründig. Was wäre, wenn wir unsere fünf Sinne nacheinander verlieren? Es ergeben sich einige erschreckende Fragen und nicht weniger verblüffende Antworten. Ein Muss für Endzeit-Poeten und alternative Liebesfilmfreunde.
Wertung: 8/10

Snowtown (Trailer)
Erwartung: Die einen vergleichen den Film mit Darren Aronofskys Reqiem for a Dream, die anderen mit Gaspar Noe. Einig sind sie sich darin, dass der Film einem in Watte gepackter Amboss gleicht, der direkt auf den Zuschauer zusteuert. Bester australischer Film seit...nur auf den Zeitraum können sich die Kritiker nicht einigen.
Meinung: Das Böse hat viele Gesichter, besonders in Snowtown. Der Film beginnt als unerschrockene Milieustudie und wandelt sich so unmerklich, wie sein Protagonist, in einen hinterhältigen Serienkillerthriller, der es in sich hat.
Wertung: 8/10

Final Destination 5 - 3D (Trailer)
Erwartung: Was gibt es zu dieser Filmreihe noch zu sagen? Und sie sterben noch immer auf wahnwitzige Weise. Leg dich nicht mit Gevatter Tod an, erst recht nicht in 3D. Was den Film ansatzweise interessant macht: Regisseur Steven Quale ging bei James Cameron in die Lehre - bei Titanic und Avatar um genau zu sein.
Meinung: Ein Praktikant von James Cameron wagte sich an "Final Destination 5" und heraus kam der härteste Film des Jahres, der sich anfühlt wie die beste Komödie des Jahres. Kein Zweifel, es bleibt ein Film von der Stange, kennt man einen, kennt man alle. Doch "Back to roots" bekommt hier einen völlig neuen Sinn verliehen und ähnelt in seiner Art "Scream 4", der ähnlich kokett mit seinem eigenen Genre umsprang. Ganz wie bei Meister Cameron selbst, ist der stereoskopische Effekt nicht nur nativ, sondern verleiht dem Film erst seine blutrünstige Existenzberechtigung. Meine ausführliche Kritik gibt es hier.
Wertung: 8/10

Hideaways
Erwartung: Eine realistisch-romantische Version von X-Men. Junge mit abartigen Fähigkeiten trifft Mädchen mit abartigen Fähigkeiten. Ich liebe solche Außenseiterstories mit surrealem Hintergrund. Was letztes Jahr bei mir Timer vermochte, erhoffe ich mir diesmal von Hideaways - ein Rundum-Wohlgefühl mit einer Note Sci-Fi.
Meinung: Der kleine, romantische Film, der die Nachfolge von Timer antritt heißt wie erwartet Hideaways. Fiktive trifft auf natürliche Mutation, erzählt wie eine Gutenachtgeschichte. Der Film ist ungemein sensibel, aber auch sehr sparsam im Umgang mit seinen fantastischen Elementen und der ernsthaften Auseinandersetzung mit der Krebsthematik.
Wertung: 7/10

Hell (Trailer)
Erwartung: Vom Trailer bin ich weit weniger angetan wie die meisten anderen. Es sieht nach typischer Genrekost aus, nur eben aus deutschen Landen.
Meinung: Der Film sollte sich auch als typische Genrekost herausstellen. Aber von der Sorte wie Rammbock: Sehr auf seine Vorbilder bedacht, mit souveränen, teils sehr guter Besetzung und einer cleveren Inszenierung. Die Raffinesse, die der Film mit dem Titel beweist, löst er leider nicht ein. Aber ein solider Endzeitthriller mit starkem Survivalhorror-Einschlag ist garantiert.
Wertung: 7/10

Territories (Trailer)
Erwartung: Welcome to the United States: Brutales Mini-Guantanamo in der Wildnis, einer der Geheimtipps des FFF. Ich zitiere: "Ein grausamer Film. Ein starker Film."
Meinung: Die stereotypen Antagonisten und der plötzliche Bruch in der Erzählung machen den Film etwas holprig, aber die dichte Inszenierung und das angedeutete Ende zeichnen ihn aus. Aber er ist weder so grausam noch so stark wie erwartet.
Wertung: 7/10

The Divide (Trailer)
Erwartung: New Yorks letzter Atemzug. Explosionen verwüsten die Stadt. Die Bewohner eines Hochhauses retten sich in den Keller, wo der Schrecken dieses Sci-Fi-Psycho-Thrillers erst beginnt. Mit Michael Biehn und Rosanna Arquette. Sci-Fi-Filme am FFF sind rar genug, da nimmt man jeden mit Kusshand, zumal sich die Kritiken zu The Divide sehen lassen können.
Meinung: Eine eierlegende Wollmilchsau als Film. Ein Sci-Fi-Endzeit-Survival-Torture-Thriller, der schneller das Genre wechselt als der Zuschauer blinzeln kann. Er beginnt vielversprechend als beklemmender Endzeit-Thriller mit starkem psychologischen Touch, bringt einige vage Sci-Fi-Elemente ins Spiel bis er in ein absurdes Survival-Hickhack auf Charakterebene verfällt. Trotzdem, die Inszenierung stimmt, der Goregehalt ebenfalls und der Film ist trotz diverser dubioser Wendungen eine spannende Angelegenheit.
Wertung: 7/10

Cowboys and Aliens (Trailer)
Erwartung: Cowboys, Aliens und Olivia Wilde. Klingt nach Spaß, auch wenn der Grat zwischen Spaß und Schwachsinn, auf dem der Film wandelt, bedenklich schmal erscheint. Aber Firefly und Serenity liegen viel zu lange zurück und die Cowboy Bebop-Verfilmung dauert noch Jahre, also muss neues Sci-Western-Futter her!
Meinung: Ein Film, wie eine Kinderparty: Viele kleine Cowboys, Indianer und Aliens die herumhüpfen, Lärm machen und Krieg spielen. Den Fehler, den lieben Kleinen zuzuhören, begeht man nur einmal, danach genießt man einfach das Spektakel. Nur die kleine Olivia steht in ihrem Prinzessinnen-Kleid mitten im Raum und realisiert, dass sie sich mit ihrer Rolle ganz schön vertan hat und sie eigentlich alle nur nervt...
Wertung: 7/10

The Assault (Trailer)
Erwartung: Spielbergs München trifft auf Greengrass' Flug 93, nach einer wahren Begebenheit soll der Film Anti-Terror-Action exzellent mit dem zwischenmenschlichen Drama der Angehörigen verbinden. Der Trailer fesselt ab der ersten Sekunde.
Meinung: Wäre der Film nicht an den falschen Stellen so melodramatisch und verhielten sich die Charaktere nicht so unsäglich dumm (trauriger Weise weil die Realität es wohl so vorgemacht hatte) böte der Film eine grundsolide Spannungskurve - vorausgesetzt man kennt die Auflösung noch nicht.
Wertung: 6/10

Don't be afraid of the dark (Trailer)
Erwartung: Einer von Del Toros Schößlingen soll den Meister fast übertrumpft haben. Pans Labyrinth trifft auf Creaturemovie trifft auf Geisterhausgeschichte - mit Guy Pearce und Katie Holmes.
Meinung: Die (milde) Enttäuschung des Festivals. Was wie eine hübsche Geisterhausgeschichte mit Gremlin-Faktor beginnt, entpuppt sich schnell zum belanglosen Spuk, der nur aufgrund der intensiven Darstellung der kleinen Hauptdarstellerin abseits der Horrorszenen partiell überzeugt, nämlich dann, wenn sie das psychisch angeschlagenes Scheidungskind spielt. Das Outer Limits-Ende schlägt dem Fass den Boden aus - ist das dein ernst Guillermo???
Wertung: 5/10

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