Dienstag, 30. August 2011

Kinoreview - CONAN THE BARBARIAN 3D (Kritik)


KINO: Conan the Barbarian 3D (Conan 3D)
Ein Film wie Knäckebrot. Hart, staubig, kratzig, Ohren betäubend beim Verzehr und liegt schwer im Magen. 3/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film


Conan the Barbarian 3D (Conan 3D)
Es verhält sich im Grunde wie mit Mathematik. Jede Multiplikation mit Nullen endet zwangsläufig in einem Produkt bestehend aus Null. Bei „Conan 3D“ haben wir es gleich mit vier Nullen zu tun - Regisseur Marcus Nispel und die drei Autoren von Filmmeilensteinen wie „Sound of Thunder“, „The Crow: Wicked Prayer“ oder „Cube 2“ - was das ganze Projekt bereits vorab zur Nullnummer abstempelt. Den Conanfans gehört unser aufrichtiges Mitleid, diese werden am meisten unter diesem „Film“ zu leiden haben. Fantasyfans dürften zumindest relativ schmerzfrei, dafür umso gelangweilter aus dem Film kommen. Selbst Freunde von Marcus Nispel - es soll Menschen geben, die selbst „Pathfinder“ etwas Gutes abgewinnen konnten - dürftet bei diesem Remake nur den einen oder anderen Goreeffekt positiv in Erinnerung behalten können.

Die Action ist laut, blutig und sterbenslangweilig. Spannung ist nicht vorhanden, nur schreiende Hünen, dümmliche Gesichtsentgleisungen und Jason Momoa, der einen bartlosen Khal Drogo wiedergibt. Momoa mag zumindest der ursprünglichen Version optisch näher kommen als Arnold Schwarzenegger es je tat. Doch ehrte John Milius mit seiner 1982er Filmversion das von Robert E. Howards gegründete Fantasy-Subgenre „Sword und Sorcery“, während Nispel aus eigener Unfähigkeit es zum bemitleidenswerten „Hack and Slay“-Getöse degradiert. Doch machen wir uns nichts vor, Arnies „Conan der Barbar“ wird heutzutage dank der Jahrzehnte langen Kultverklärung so wohlwollend wahrgenommen, nicht weil er qualitativ neue Maßstäbe setzte. Ron Perlman und Stephen Lang sind Leid geplagte Schauspieler, die sich solche „Rollen“ gewohnt sind - auf rollenbeschreibende Adjektive soll aus Respekt vor den Schauspielern verzichtet werden - was jedoch nichts an ihrem traurigen Anblick ändert. Eine Spannungskurve ist nicht vorhanden, der dramaturgische Faden so flach wie das konvertierte 3D des Films. Wer ist eigentlich diese Rachel Nichols und wie schafft sie es, so völlig beliebig zu wirken? Ein Lächeln wie Milla Jovovich, ein Blick wie Olivia Wilde, ein Stirnrunzeln wie Anna Kendricks und Gang wie Eva Green. Eine solch profillose Darstellung dürfte selbst in Hollywood für Aufsehen sorgen. Aber dadurch passt sie zumindest zum Regisseur, den Autoren und dem ganzen Projekt.

Der Trick ist, dem Film und allen Beteiligten mit Gleichgültigkeit zu begegnen. Wegen „Conan 3D“ an die Decke gehen, wie es vielleicht bei „Sucker Punch“ oder „Tron Legacy“ der Fall war, wäre vergebliche Cineastenmühe. Scorepuristen müssen sich auch nicht genötigt fühlen, auf die Barrikaden zu steigen, Basil Poledouris originale Partitur aus den Schwarzeneggerfilmen wurde nicht verwendet und somit auch nicht geschändet. Sollte sich jemand je gefragt haben, wie sich ein Magengeschwür anhören könnte, der findet in Tyler Bates brachial-synthetischem Krachgewitter die Antwort.

Doch trotz der vielen Worte gibt es über „Conan 3D“ eigentlich nur eines zu sagen: Knäckebrot... (Originalkritik für KultHit.de)

3/10

1 Kommentar:

  1. Der Film "Conan der Barbar" war ein fast schon surreal wirkendes Meisterwerk (aufgrund der Filmmusik von Basil Poledouris), das - trotz starker Abweichungen von Robert E. Howards Romanvorlage - Geist und Atmosphäre seiner hyborischen Welt und der Conan-Saga gekonnt wiedergab. Ein mythisches Gemetzel von archaischer Wucht!
    Der zweite Teil hatte mehr humoristische Elemente und orientierte sich mehr an den Comics, war aber immer noch sehenswert.
    Conan ist auch dort keineswegs einfach der strahlende Held - sondern der Abenteurer und Barbar. Den dessen finstere Gegner aber eben immer wieder strahlend wirken lassen!
    Wie in der Neuverfilmung einmal treffend gesagt wurde - kein (edler) Ritter - sondern ein Krieger!
    Ich hoffe immer noch auf die Verfilmung des Drehbuchs von Jon Milius für Conan 3 "King Conan"!
    Tatsächlich aber ist die Neuverfilmung so übel nicht - die atmosphärischen Szene-Bilder geben die morbide und archaische Stimmung der Comics treffend wieder - lediglich etliche Außenszenen sind deutlich zu hell geraten!
    Man sollte ruhig mehr Vorlagen-getreue Verfilmungen produzieren - so etwa von "Conan und der Schatz des Tranicos" (wo Thulsa Doom wirklich unheimlich wirkt) oder auch "Jenseits des schwarzen Flusses" und "Wölfe jenseits der Grenze" und "Die Königin der schwarzen Küste" aus Conans Piraten-Zeit mit Belit.
    Auch etliche Comics verdienen eine Verfilmung!

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