Sonntag, 24. Juli 2011

Filmreview - Ridley Scotts ROBIN HOOD (Kritik)


DVD: Robin Hood
Ridley Scotts viel gescholtene Robin Hood-Neuinterpretation fand erst spät ihren Weg zu mir, aber ließ mich und meine Vorurteile letztendlich zu Kreuze kriechen 8/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film








Robin Hood
Erstaunlich was Vorurteile und Fremdeinflüsse alles bewirken können. Als die Neuigkeit die Runde machte, dass Robin Hood erneut verfilmt werde, stöhnte jede einzelne Zelle in mir auf - wie bereits bei Star Trek oder vor Batman Begins. Dabei müsste man doch denken, dass selbst alte Filmnerdhasen irgendwann lernen müssten, dass auch betagte, ausgeleierte Stoffe durchaus noch Kraft und Potential besitzen können. Aber Robin Hood ist eine Vorlage - ähnlich wie Die drei Musketiere - die man zu oft und zu identisch vorgesetzt bekommen hat, als dass man sich eine gewisse Objektivität bewahren könnte. Also verschloss ich mich voll und ganz der Neuigkeit und nach dem die ersten Fach- und Publikumsmeinungen relativ ernüchternd ausfielen, fühlte ich mich darin bestätigt - da vermochte selbst Ridley Scotts Name nicht mehr viel bewirken.

Doch seht, was geschah? Während einem grauen Regentages fand der Film doch noch seinen Weg zu mir und fegte alle Vorurteile innerhalb seiner Exposition hinweg. Ein Wunder? Mitnichten, viel mehr eine handwerklich bis ins Letzte souveräne Umsetzung und eine Geschichte, die die Tugenden der Vorlage mit neuen Elemente und einem neuen Rhythmus vermischte. Die Figuren sind die selben, aber ihre Konstellationen wurden wild durcheinander gewürfelt. Ridley Scott und insbesondere Brian Helgeland, der wieder zu alter Autorenkräften kam, machten aus der idealisierten Legende einen urbanen Helden, dem der Zufall ebenso zu seinem Schicksal verhalf wie sein "edles Gemüt". Im Grunde handelt es sich um den alten Trick, eine Geschichte auf die Augenhöhe des Zuschauers zurück zu holen, in dem sie mit realistischer, glaubwürdiger und verwundbarer machte. Aus dem adligen Ritter Robin von Loxley wurde der Jedermann Robin Longstride gemacht, eine Figur, die greifbar ist und mit der sich der Zuschauer identifizieren kann, ohne zu hohe Ideale, ohne romantisches Weltbild, nur dem Willen zu leben. Die Figuren sind nun wesentlich älter als in der ursprünglichen Legende, haben mehr durch gemacht und verfügen über einen größeren Erfahrungsschatz. Aus einer relativ simplen schwarzweiß-Zeichnung wurden Figuren gemacht, die wieder überraschen konnten. Ridley Scott machte seine Sache gewohnt gut. Kaum ein anderer verleiht einer perfekt durch arrangierten Hochglanzoptik eine solch rohe, dreckige und brodelnde Oberfläche. Er macht alles richtig und das verhilft der neugeordneten Geschichte zu einem ungeahnten Höhenflug. Selbst der Score passt sich dieser Neuordnung an und verleiht mit seiner Mixtur aus mittelalterlichen Kolorit und Zimmer'schen Dreiviertel-Bombast einen interessanten Charakter, da stört es auch nicht, dass scheinbar ein Hans Zimmer Praktikant - Streitenfeld - dem anderen - Steve Jablonsky - auf Geheiß des Regisseurs nacheiferte.

Vielleicht liegt der Trick darin, gelangweilt von der originalen Geschichte zu sein, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Jede Abweichung stimulierte mich innerlich und machte den Film mit jeder Minute interessanter. Erst gegen Ende finden die losen Fäden wieder zusammen und bündeln in der klassischen Ausgangslage der vogelfreien Waldhelden im Kampf gegen König John und seine Vasallen. Wenn man bedenkt, dass im Mittelalter bereits 16-jährige zum Ritter geschlagen und in den Krieg ziehen konnten, Mütter ihre 10-jährigen Kinder auf die Straße setzten weil sie nicht für sie sorgen konnten, fördern selbst die Waldjungen den realistischen Anspruch. Kurzum, ich bin verblüfft. Der Film ist exemplarisch dafür, wie man eine Geschichte neu interpretieren kann, ohne ihren Kern zu verändern. Wie handwerklicher Perfektionismus über so manchen Stolperstein hinweg helfen kann und selbst dass ein Schauspielerisches Raubein wie Russel Crowe den Geist von Robin Hood nicht gänzlich zu verdrängen vermag.

8/10

Kommentare:

  1. Schlechte Kritik!!!
    Vor allem schlecht geschrieben.
    mfg

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  2. Ich danke trotzdem fürs Lesen, ob und wie die Texte ankommen liegt nicht in meinem Einflussbereich. Hauptsache sie werden geklickt ^^
    MFG zurück

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