Sonntag, 15. Mai 2011

Kinoreview - PRIEST (Kritik)


KINO: Priest (3D)
Mad Max meets Matrix meets Blade meets Blade Runner meets Underworld meets Resident Evil meets Judge Dredd meets irgend ein x-beliebiger Neowestern meets Gülle 4/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Priest
Eine der schlimmsten Sorte von Regisseuren ist die mit digitalem Hintergrund, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten erfolgreich in der Filmbranche als Visual Effects-Spezialisten tätig sind und die plötzlich vom Regieeifer gepackt werden. Der filmische Horizont von solchen Spätzündern beginnt meist bei „Krieg der Sterne“ und endet irgendwo zwischen „Matrix“ oder „Der Herr der Ringe“. Wir denken noch mit Schrecken an Stefen Fangmeier und sein „Eragon“ Debakel oder die Strause Brüder mit „Aliens VS. Predator: Requiem“ und „Skyline“. Aktuellstes Beispiel: „Priest“ von Scott Charles Stewart, seines Zeichens Gründer des ehemals erfolgreichen Effektstudios The Orphanage und seit „Legion“ selbsternannter Regisseur.

Was gibt es also über „Priest“ zu sagen, was nicht bereits über „Legion“ gesagt werden konnte? Die Heerscharen Gottes wurden durch Vampirfratzen ersetzt. Paul Bettany spielt erneut mit einer Mischung aus Christian Bales steinernen Batman-Mine und Nicolas Cages Schmerzfreiheit. Besonders niederschmetternd ist die offensichtliche Einfältigkeit des Films. Ohne jegliche Vorkenntnisse können ganze Dialogzeilen mitgesprochen und mit einem Blick Wendungen vorhergesehen werden - ein klares Indiz, dass für das Projekt nicht all zuviele Drehbuchentwürfe angefertigt wurden. „Priest“ ist kein Kinofilm, sondern das teuerste Amateurvideo aller Zeiten, mit all den „coolen“ Szenen, die Grundschüler schon immer im eigenen Keller nachstellen wollten. Den Film könnte man als „Mad Max“ meets „Matrix“ meets „Blade“ meets „Judge Dredd“ meets irgend ein x-beliebiger Neowestern meets Gülle bezeichnen. Natürlich, „Hirn aus, Film ab“ - diese alte Weisheit wird auch hier wieder ihre Anwendung finden. Aber nein, so einfach sollte man es solchen Regisseuren nicht machen, die offensichtlich aus der Learning by zapping-Filmschule stammen und denken, die abendlichen Fernsehwiederholungen diverser Blockbuster würden ihnen das Wesentliche über das Filmemachen beibringen. Dabei hätte man allen Grund den Film schön zu reden, schließlich brachte der Film gutes Geld nach Deutschland. Als es darum ging, den Film in 3D zu konvertieren, wurden auch Firmen wie Trixster aus München beauftragt - was zumindest eine kleine patriotische Rechtfertigung für den Preisaufschlag bieten würde, denn der eigentliche 3D-Effekt tut dies unter Garantie nicht. 2011 ist ohnehin das Jahr der konvertierten Rohrkrepierer. Einzig das 2D-animierte Intro aus der Feder von Animationskünstler Genndy Tartakovsky verdient eine lobende Erwähnung - bereits bei „Sucker Punch“ sorgte dieser mit seinen Kurzfilmen für einige rare Akzente in einem ansonsten obskuren Filmschauspiels.

Nun also die große Frage, wem eine solche Anhäufung an Hochglanzfetischismus und Filmrecycling gefallen könnte? Vermutlich allen „Underworld“ oder „Blade“ Fans, die nie genug davon bekommen, Untote in Zeitlupe massakriert zu sehen oder schlicht der ganzen "Hirn aus - Film ab" Fraktion, die diesen kostbaren Trick beherrschen. Ein Trick, für den andere - besonders in Gegenwart von Filmen wie „Priest“ - töten würden. (Originalkritik für KultHit.de)

4/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts with Thumbnails

Ältere Beiträge, die dich interessieren könnten: