Donnerstag, 28. April 2011

Kinoreview - THOR (Kritik)



KINO: Thor
Eine glitzernde, süffisante Trashoper. Sollte sich der Donnergott als der schwächste Superheldenfilm 2011 erweisen, können wir aufatmen. 6/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Thor
Thor war stets einer der Außenseiter unter den Comicsuperhelden. Er war - trotz seiner überlegenen Kräfte - nie besonders beliebt oder erfolgreich, zumindest im Vergleich mit seinen populären Artgenossen. Dennoch machte sich nun der Comicverlag Marvel auf, auch aus Thor einen Leinwandhelden zu machen. Nicht umsonst wurde schließlich 2004 ein 525 Millionen Dollar Deal ausgehandelt, um fortan die hauseigenen Comiclizenzen selbst verfilmen zu können und nicht mehr auf die großen Hollywoodstudios angewiesen zu sein. Doch alle großen Namen - wie Spider-Man, X-Men oder die fantastischen Vier - waren bereits lizenziert und verfilmt, weshalb Marvel tiefer in der eigenen Heldenfundgrube wühlen musste, was nun nach „Iron Man“ den Donnergott „Thor“ hervorbrachte.

Marvel ließ sich den Donnergott auch wahrlich etwas kosten: Vor der Kamera finden sich Schauspielkaliber wie Natalie Portman, Stellan Skarsgård, Anthony Hopkins sowie Jungschauspieler wie Chris Hemsworth oder Kat Dennings wieder. Hinter der Kamera wurde Kenneth Branagh angeheuert, der sich als detailbesessener Shakespeare-Regisseur einen Namen machte. So überrascht es nicht, dass der nordische Superman wie der kleine, nicht ganz helle Bruder von Hamlet wirkt. Hollywood bedient sich ohnehin gern und häufig beim berühmten, englischen Dramatiker. Selbst ein „König der Löwen“ nutzt Shakespeare-Versatzstücke als Garnitur - eine Prise Hamlet hier und eine Prise Richard III, fertig ist das Drama. Wir können davon ausgehen, dass auf das Geheiß des Regisseurs die Szenen in der Götterstadt Asgard mit Intrigen und familiären Verwicklungen eines Hamlets „verfeinert“ wurden - inklusive eines allumfassenden Vaterkomplexes. Darüber hinaus ist „Thor“ im Grunde nur eines: Ein Effektmonster, das glitzert und im Dunkeln leuchtet, aber sehr schnell zu Reizüberflutungen führt. Aber genug des Spottes, ich unwürdiger Sterblicher. Denn der Film funktioniert auf einer ganz anderen Ebene vorzüglich: Nämlich als Integrationskomödie. Wer sich noch an Arnold Schwarzeneggers Filmfauxpas „Herkules in New York“ erinnern kann, der kann sich vorstellen, in welche Richtung auch der Donnergott zielt. Thor als Gott mit Wikingermarotten, der auf eine moderne amerikanische Gesellschaft trifft. Kulturell bedingte Fettnäpfchen und Missverständnisse sind vorprogrammiert - und das vermittelt der Film auf eine sehr unpreziöse und sympathische Art. Kein Wunder also, dass der Donnergott als Mensch wesentlich interessanter wirkt - was aber auch eine alte Schwäche offenbart. Thor, der Superheld überragt alle Widersacher und seine Überlegenheit sorgt für ein dramaturgisches Ödland. Großer Hammer, Gegner platt. Um dem entgegen zu wirken, baute Branagh alte, verbrauchte Hollywoodklischees ein, um Thor angreifbarer zu machen. Doch von einem Dramatiker seines Schlages hätte man sich bedeutend mehr Feingefühl versprochen. Der Film ist im Übrigen nur minimal besser konvertiert worden als ein gewisser anderer Titanenkampf - das Geld für die 3D-Version darf man sich also sparen.



Nichtsdestotrotz, wurde aus „Thor“ eine glitzernde, süffisante Trashoper. Sollte sich der Donnergott als der Schwächste Superheldenfilm 2011 erweisen, können wir aufatmen. Marvel typisch empfiehlt es sich, beim Abspann sitzen zu bleiben und während dem Film achtsam zu sein. Cameos von Comiclegenden wie Stan Lee und J. Michael Straczynski, sowie Auftritte von Hawkeye und Dark Fury gilt es zu entdecken.
(Originalkritik für KultHit.de)

6/10

Kommentare:

  1. Ach, mir wird der gefallen, ganz sicher. Ich gehe da als einfältiges Gemüt hin und werde auch Frau Portman überleben.

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  2. THor war einfach nur klasse, ich war vergangenen Samstag mit ein paar Freunden im KIno.
    Der Film lohnt sich alle mal, nur ob ihn nun wirklich in 3D sehen muss ... :D

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