Donnerstag, 28. April 2011

Kinoreview - FAST FIVE (Kritik)


KINO: Fast Five
Was für eine Schrottpresse - die Blues Brothers lassen grüßen! „Fast Five“ entfacht selbst im stolzesten Bahn- und Ökofahrer die primitiven Bleifuß-Urinstinkte! 7/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Fast Five
Gewisse Gruppen von Cineasten kehren gern den überlegenen, Feinkost-bevorzugenden Filmsnob heraus - ob bewusst oder nicht. Während sich die meisten Kinozuschauer nach Unterhaltung und Spaß sehnen, suchen diese einen tieferen Sinn, eine Neuerfindung des Mediums oder schlicht etwas, um ihren Intellekt am Laufen zu halten. Solche Filmfreunde tun sich mit Blockbustern herzlich schwer, deren einziger Lebenszweck bekanntlich darin besteht, zu unterhalten - und noch schlimmer - Umsatz zu machen. Doch es gibt sie, millionenschwere Filmungetüme aus Hollywood, die die niederen Instinkte von selbst solch verkopften Kinogängern ansprechen, um sie trotz aller Banalitäten mitzureissen. „Fast Five“, der vierte Ableger der mittlerweile berühmt-berüchtigten „The Fast and the Furious“-Reihe ist ein solcher Mindbreaker.

Was bereits beim vorhergehenden Teil „Fast & Furious“ abzusehen war, ist nun Gewissheit geworden: Das Franchise rund um neonfarbene und aufgemotzte Rennboliden hat sein Genre nun endgültig verlassen. Aus der Testosteron schwangeren und selbstverliebten Straßenrennfilmreihe wurde ein schnörkelloser und selbstironischer Heist-Action-Hybrid. Einer von der Sorte, der zuerst im Windschatten von „Ocean's Eleven“ und „Getaway“ fährt, um anschließend die Spur direkt hinter die „Blues Brothers“ zu wechseln. Die physikalischen Grenzen wurden endgültig aufgehoben. Masse, Trägheit, Glaubwürdigkeit - alles verliert seine Gültigkeit und das beschert dem Zuschauer eine brachiale Stuntshow nach der anderen. Allein die erste Hälfte des Films glänzt mit zwei wunderschönen, jeglicher Vernunft trotzenden Actionsequenzen. Die finale Verfolgungsjagd sprengt anschließend alle Register und dürfte selbst die Blues Brothers in puncto Altmetall Konkurrenz machen. Dieser Showdown hat mehr mit einem Fantasy- als einem Actionfilm zu tun, aber das Franchise hatte ohnehin noch nie viel für Realismus übrig. Zwischen den Actionszenen gibt es die übliche hohle Hollywoodrhetorik rund um familiäre Werte und die Kraft der Freundschaft - glücklicherweise beschränken sich diese aber auf ein Minimum. Der Film kennt ohnehin nur ein Ziel: Die Konfrontation zwischen Vin Diesel und Dwayne „The Rock“ Johnson. Diese beiden Naturgewalten aufeinander prallen zu sehen, amortisiert bereits den halben Kinoeintritt, da haben selbst Ikonentreffen, wie das von Al Pacino und Robert De Niro in „Heat“, das Nachsehen - bemessen nach Muskelmasse versteht sich.

Eine solche Schrottpresse hat man seit den Blues Brothers nicht mehr gesehen und selbst elitäre Filmfreunde dürften sich dem brachialen Charme, der aus den tiefsten Poren von Vin Diesel, Dwayne Johnson und der alterslosen Jordana Brewster entweicht, nicht entziehen können. Wer wissen möchte, was der unausweichliche sechste Teil mit sich bringen wird, sollte den Kinosaal nicht zu überstürzt verlassen! (Originalkritik für KultHit.de)

7/10

Kommentare:

  1. Das war eine Underground Rennfilmreihe? Das klingt fast so, als hätten die ersten Filme sowas wie Substanz gehabt. Ich muss ganz ehrlich sagen, der vierte Film war tatsächlich, der erste, der mir gefallen hat, insofern bin ich natürlich gespannt, ob sich mein persönlicher Trend fortsetzt. Diesel und Johnson in einem Film ist schon ne coole Sache. Godzilla vs Mothra *lach*. Und so wie du es beschreibst, scheint der Spaßfaktor auch durchaus gegeben zu sein. Sonntag weiß ich mehr :)

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  2. Gemeint waren Underground-Rennen, nicht die Filmreihe, habs umformuliert. FF ist natürlich keine Underground Filmreihe :P

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