Samstag, 16. April 2011

Kinofilme - PAUL (Kritik)



KINO: Paul
Zotige Nerdkomödie mit SciFi-Zitaten im Dauerfeuer, aber fragwürdiger Intoleranz. 7/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Paul
Um die Seifenblase gleich zu zerplatzen: Nein, mit „Paul“ kommt nicht der lange herbeigesehnte Abschluss der Blood & Ice Cream Trilogie in die Kinos. In „Paul“ spielen zwar Simon Pegg und Nick Frost die Hauptrollen und zeichneten sich auch für das Drehbuch verantwortlich - doch da Edgar Wright, der Regisseur der ersten beiden Cornetto Filme „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“, mit anderen Projekten beschäftigt war, mussten sich die beiden Chaoten ihre Zeit anderweitig vertreiben. Also ersannen sie sich einen imaginären dritten Kumpel bis ihr echter Zeit für sie hatte: „Paul“.



Böse Zungen würden behaupten, dass „Paul“ ein reichlich vulgärer und reichlich uninspirierter Versuch ist, das Sci-Fi-Genre zu persiflieren. Die üblichen Verdächtigen des Genres müssen erneut daran glauben, die gängigen UFO- und Verschwörungstheorien werden aufgewärmt und natürlich bedienen Pegg und Frost mit ihren dargestellten Charakteren die obligatorischen „Über 30, wohnt bei Mama und kriegt nichts gebacken“ Klischees. Doch wie will man Kucken backen, ohne Eier zu zerschlagen? Wie soll man einen Liebesfilm drehen, ohne jemals verliebt gewesen zu sein? „Paul“ ist nicht zimperlich und schlägt öfters als nur einmal über die Stränge, doch er betet den Boden an, auf dem er wandelt. Je mehr der Zuschauer selbst das Metier liebt, das von dem grauen Alien zitiert wird, desto besser funktioniert „Paul“. Findet man sich selbst in der Rolle der beiden waschbärbäuchigen Außenseiter wieder, entwickelt der Film sogar eine empathische Seite, die den Zuschauer mit einem guten Gefühl aus dem Saal entlässt. Abzüge muss der Film bezüglich seiner Intoleranz hinnehmen. Religiöse und Gläubige Menschen - generell konservative und ländliche Kreise - werden von „Paul“ kurzerhand als altmodisch und dumm hingestellt. Eine im Kontext des Films durchaus gerechtfertigte Aussage, aber die Umsetzung offenbart die eigentliche Dummheit - was dem sympathischen Film einen bitteren Nachgeschmack verleiht.



Dem Chaotenduo Simon Pegg und Nick Frost gelang zusammen mit Regisseur Greg Mottola - Superbad, Adventureland - mit „Paul“ etwas, was jedem Fan am Herzen liegt: Der eigenen Leidenschaft für eine Sache Ausdruck zu verleihen. Die beiden lieben es Nerds zu sein, sie lieben das Sci-Fi-Genre und sie sind stolz auf die unzähligen Stunden, die sie mit Filmen, Büchern, Comics und Nerdtalk verbrachten - und genau diese Liebe für eine ganze Subkultur, die mittlerweile unseren Alltag prägt, zeichnet den Film aus. Doch Leidenschaft ist nicht alles, wie Bela B. bewies: Der Musiker mag einer der größten Film- und Genre-Nerds Deutschlands sein - doch ist er traurigerweise auch einer der talentlosesten Synchronsprecher, die das Land bis dato ertragen musste.
(Originalkritik für KultHit.de)

7/10

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