Samstag, 9. April 2011

Kinofilme - THE MECHANIC (Kritik)


KINO: The Mechanic
Statham bleibt bei seinen Leisten und fährt erschreckend gefällig im Fahrwasser von Charles Bronsons Original. 7/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

The Mechanic
Filmikonen beim Altern zuzusehen, ist kein schöner Anblick. Unsere Helden aus den 80ern haben jeweils auf ihre eigene Art versucht, mit ihrem Alter fertig zu werden. Die einen gingen in die Politik, die anderen versuchten sich als Regisseur und ganz andere blieben bei ihren Leisten trotz Alterserscheinungen im Heimvideosektor. Die nachkommende Generation darf sich nun mit ähnlichen Problemen auseinandersetzen. Schauspieler wie Vin Diesel oder Dwayne Johnson versuchten ebenfalls aus ihrem Rollenklischee auszubrechen - mit zweifelhaften Erfolg, was sie schlussendlich in „Fast Five“ wieder im Actionfach zusammenbrachte. Nur Jason Statham wurde seines einfachen Daseins nie überdrüssig und fühlte sich auch nicht zu höherem Berufen. Er kümmert sich nicht um die Ambitionen anderer und bringt verlässlich zwei Actionvehikel pro Jahr ins Kino. So auch „The Mechanic“, in dem er wieder sein für ihn typisches, wortkarges Testosteronstereotyp bedient.

„The Mechanic“ ist das Remake des Charles Bronson Klassikers „Kalter Hauch“ aus dem Jahr 1972 - dem Prototypen des Actionthrillers. Jason „The Stath“ Statham verließ sich ganz auf die Qualitäten der Vorlage und versuchte erst gar nicht mit Charles Bronson zu konkurrieren. Aber auch ohne das Genre neu zu erfinden, trifft der Zuschauer auf einen sonderbar gut ausbalancierten Actionthriller. Die Handlung von „The Mechanic“ würde auf einer Serviette Platz finden und diese Einfachheit fördert den Film - schließlich war Bronsons Film auch keine Ausgeburt von Komplexität.. Wie bereits in „Kalter Hauch“ bilden die Spannungen unter den Charakteren den Motor des Films. Jason Statham schaffte es sogar, seiner Version des Arthur Bishop Ansätze von moralischer „Tiefe“ zu verleihen. Auf sehr rudimentärem Niveau selbstverständlich - aber interessant genug, um uns auf die unausweichliche Konfrontation bangen zu lassen. Die zum Entsetzen aller, dem Zuschauer fast gänzlich vorenthalten wird. Die tickende Zeitbombe, die sprichwörtlich unter den Ärschen von Statham und seinem - ihn mit links an die Wand spielenden - Schützling Ben Foster tickt, wird mit einer einzigen Hechtrolle zum Verstummen gebracht. Was bleibt ist ein fader, mutloser Abklatsch des originalen Showdowns.

Jason Stathams Karriere ist eine ständige Berg- und Talfahrt. Doch mit „The Mechanic“ gelang ihm und „Con Air“-Regisseur Simon West tatsächlich einer seiner besseren Werke. Ein Actionthriller der alten Schule, der seine Spannung aus seinen Charakteren bezieht und auch nicht mit einigen angenehm altmodisch inszenierten Actionszenen geizt. Als Sahnestück darf Donald Sutherlands etwas ausgedehnterer Gastauftritt gewertet werden, der den beiden Auftragskillern erst den nötigen Funken verleiht. „The Mechanic“ ist wahrlich kein Klassiker seines Genres, aber auch meilenweit davon entfernt „bloß“ ein einfacher KFZ-Mechaniker zu sein. Er ist abgesehen vom enttäuschenden Ende ein solides Remake, was mehr ist, als man über manch andere Remakes unserer Zeit behaupten kann. (Originalkritik für KultHit.de)

7/10

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