Samstag, 12. März 2011

Filmmusik - MEMOIRS OF A GEISHA (John Williams)


Das waren noch Zeiten, als Orlindo ellenlange Texte und Rezensionen über Filmmusik schrieb. Erscheint mir wie vor einer halben Ewigkeit. Heute bin ich auf eine ganz und gar nicht lange, aber wie ich finde, immer noch treffende Kurzkritik zum Score von Memoirs of a Geisha von John Williams gestolpert. Damals verfasst für Movie-Infos.de. Da ich im Augenblick wieder darüber nachdenke verstärkt über Filmmusik zu schreiben, erschien mir dieser kleine Text ein netter Anfang dafür zu sein.

Filmmusik: Memoirs of a Geisha (John Williams)
Ein hauch fernöstlicher Romantik vermischt mit der uns vertrauten Handschrift des Meisters 8/10
> H ö r b e i s p i e l
> Meine ganze Kritik zur Filmmusik


Memoirs of a Geisha


Der Score zu Memoirs of a Geisha ist keine großorchestrale oder pompöse Ausschweifung im Sinne eines Star Wars Soundtracks, sondern eine sehr zurückhaltende und intime Arbeit. Die ganze Besetzung kommt nur sehr selten vollumfänglich zum Zuge. Stattdessen findet ein ständiger Klangfarbenwechsel statt. Die herausragendsten Stimmen stellen dabei Taikotrommeln, Zupfinstrumente wie Koto und Harfe, die Shakuhachi Bambusflöte - nicht zuletzt von James Horner stets sehr exzessiv eingesetzt, selbst in Avatar - sowie Streichinstrumente wie Cello und Violine dar. Die beiden Hauptthemen werden dabei von den beiden Musikkoryphäen und enge Freunde von John Williams Yo-Yo Ma (Cello) und Itzhak Perlman (Violine) gespielt.

Die Partitur selbst ist dabei - passend zur Instrumentierung - sehr ethnisch angelegt und besitzt viele fernöstliche Bezüge. Parallelen zu Seven Years In Tibet sind vorhanden, wobei Memoirs Of A Geisha eher als der kleine Bruder davon angesehen werden kann, da dessen Volumen und Intensität bewusst nicht erreicht wird.

Die Filmmusik zu Memoirs of a Geisha war nach War Of The Worlds, Munich und Star Wars: Episode 3 die vierte Arbeit von John Williams im Jahr 2005. Nichtsdestotrotz liegen im wahrsten Sinne des Wortes - kulturelle - Welten zwischen den einzelnen Partituren. Die Geisha ist nicht so düster und dissonant wie War of the Worlds, nicht so laut, farbig und pompös wie Star Wars, aber auch nicht so beklemmend und melancholisch wie Munich. Stattdessen vermag die Filmmusik mit ihrem Hauch von fernöstlicher Exotik und melodiösen Arrangements als selbstständiges Werk zu überzeugen.

8/10

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