Donnerstag, 27. Januar 2011

Filme - HEREAFTER

KINO: Hereafter
Sollte ich mal an Schlaflosigkeit leiden, weiß ich welchen Film ich einlegen werde... 5/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Hereafter



Clint Eastwood ist einer der wenigen Filmemacher - egal ob als Schauspieler oder Regisseur - dem man überall hin folgen würde. Egal welches Genre er beackerte oder was für Themen aufgriff, man durfte stets ein aufwühlendes oder zumindest nachdenkliches Werk erwarten. „Durfte“, man beachte die Vergangenheitsform. Denn so schwer es als Eastwood-Freund auch fällt die kommenden Zeilen zu tippen, man kommt nicht umhin sich einzugestehen, dass die Hollywood-Legende sich mit „Hereafter“ einen unschönen Fleck auf der ansonsten vorbildlichen Weste erlaubt hat.

„Hereafter“ ist eine einzige Schlaftablette, ein überproduzierter Valium-Werbespot, der von Ärzten gegen Schlafstörungen verschrieben werden könnte. Wer die Schuld daran trägt? Die Frage sollte besser lauten, was trug nicht dazu bei? Der hübsche Cast rund um Matt Damon, Jay Mohr und Cécile De France unterstützt die Film-eigene Tristesse genau wie das orientierungslose Drehbuch, das dahin plätschert, wie die Klänge einer Entspannungs-CD. Auch Clint Eastwood selbst tut nichts, um aus dieser Lethargie auszubrechen. Gut, die ersten 15 Minuten zeigen eine weniger subtil plätschernde, Oscar nominierte CG-Tsunami und verschießt somit gleich das ganze Pulver, dass der Trailer zu bieten hatte. Doch danach beginnt das Valium zu wirken. Überhaupt: Was hat die Academy dazu bewogen „Hereafter“ in der Kategorie „Beste VFX“ zu nominieren, außer den Platz den echten Kandidaten wie „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ oder "Tron Legacy" wegzunehmen?

Eastwood begab sich auf ein übersinnliches Terrain, was für ihn eine Premiere darstellte. Tatsächlich wirkt „Hereafter“, als wollte der ehemalige Revolverheld dem "Sixth Sense" Regisseur M. Night Shyamalan nacheifern. Nur mit dem Unterschied, dass Eastwood keine Geschichte zu erzählen hatte. Stattdessen fing er drei flennende Menschen ein, die sich in Selbstmitleid suhlen. Die alles beeindruckende Botschaft dieses Trauerspiels: "Zufälle bestimmen unser Leben". Eine reichlich magere Ausbeute für einen Film dieses Kalibers. Besonders aber für Clint Eastwood, der normalerweise seine Filme aus einer tiefen Ungerechtigkeit heraus entwickelt und den Plot um diese herum baut. "Hereafter" schöpft hingegen bloß aus heißer Luft...

Sorry Clint, dein Film macht im Grunde nicht viel falsch. Er ist nur völlig uninteressant. Glatt. Langweilig. Nichtig. Banal. Ihm fehlt die eine gute Idee, die ihm Relevanz verleiht oder überhaupt interessant macht. Wenn wir gerade dabei sind einer Filmlegende blasphemische und anmaßende Belehrungen an den Kopf zu werfen: Deine selbst komponierten Scores werden zusehends unzumutbarer. Tonleiter rauf und Tonleiter runter, stets mit einem Piano im Schlepptau wiederholen sich deine "Kompositionen" ohne Unterlass. Neben dir wirkt Philip Glass wie ein nervöser Epileptiker und neben "Hereafter" das Fernseh-Testbild wie eine spannende Abendunterhaltung. (Originalkritik von KultHit.de)

5/10

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