Mittwoch, 12. Januar 2011

Filme - THE GREEN HORNET

KINO: The Green Hornet
Michel Gondry hat es geschafft seinen "Graphisme" einem Studiofilm aufzudrücken. Die Dialoge und die Charaktere retten den Film, Gondrys Einfallsreichtum machen ihn sehenswert und verleihen dem grünen Insekt Charakter 8/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

The Green Hornet


Endlich ist er da, der neuste Film des französischen Querdenkers Michel Gondry, dem Visionär hinter Filmen wie „Science of Sleep“ oder „Vergiss mich nicht“. Es ist ein uralter Trick Hollywoods, talentierte Jungregisseure, die sich bereits im Ausland oder in der US-Independent-Szene einen Namen machten, nach Kalifornien einzuladen, um sie für große Eventfilme einzuspannen. Dieser Kniff kann funktionieren - wie im Falle von Christopher Nolan - kann aber auch zu bescheidenen und/oder widersprüchlichen Ergebnissen führen - wir erinnern uns noch mit Grauen an „X-Men Origins: Wolverine“ von Gavin Hood. Die Skepsis wie sich Gondry schlagen würde, war also berechtigt, schließlich vertraute ihm Sony 90 Millionen Dollar an, mehr als das vierfache von dem, was seine anderen US-Produktionen kosteten.



Als erstes darf Entwarnung gegeben werden, Michel Gondry hat seine kommerzielle Meisterprüfung bestanden. Er vermochte zwar nicht dem Blockbusterkino die erhoffte Frischzellenkur zu verpassen, aber er konnte zumindest einige wenige Akzente setzen. „The Green Hornet“ geht einen Mittelweg zwischen klassischer Comicverfilmung, wie wir sie von „Spider-Man“ kennen, sowie modernen und selbstreflexiven Comicadaptionen wie „Kick-Ass“. Auch die grüne Hornisse besteht - wie es sich für einen ersten Teil einer potentiellen Filmreihe gehört - größtenteils aus Einführung und Exposition und erst gegen Ende darf Christoph Waltz seine Abwandlung des Standartenführers Hans Landa etwas entfalten. Andererseits versuchte Gondry besonders bei den Charakteren und der visuellen Umsetzung noch Nuancen einzubauen, die „The Green Hornet“ aus der Masse der anderen Comicfilmen abheben sollten. Eine Gratwanderung zwischen dem unbändigen Einfallsreichtum des Regisseurs - und den gibt es auch beim grünen Insekt zu sehen, keine Sorge! - und einer einfachen Verständlichkeit, die ein möglichst breites Publikum anspricht. Aber auch der Einfluss von Seth Rogen ist besonders bei den teils klamaukigen Dialogen spürbar. Ebenfalls spürbar ist der konvertierte 3D-Effekt, der als gelungen bezeichnet werden darf. Nicht jeder Shot ist geglückt, aber der positive Eindruck überwiegt.

Die Gondry- und Arthouse-Fans sollten sich aber nichts vormachen. „The Green Hornet“ ist Kommerzkino in Reinform, trotz der extravaganten Handschrift des Regisseurs. Der Film bietet gute Unterhaltung, einige raffinierte Inszenierungstricks, aber inhaltlich kaum Substanz. An einigen Stellen erinnern Seth Rogen und sein Sidekick an die schräge kleine Anti-Heldenkomödie „Mystery Men“ mit Ben Stiller. Skurrile Ansätze, ungeschliffene Charaktere, leicht zotige Dialoge, abstruse Action und konventionelle Handlung. Trotz allem wirkt alles zusammen stimmig. Kurz gesagt, der Franzose und Rogen retteten das konventionelle und biedere Drehbuch-Bienchen, in dem sie ihm etwas Biss und Charakter verliehen. 
(Originalkritik von KultHit.de)

8/10

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