Sonntag, 26. Dezember 2010

Filme - RARE EXPORTS

KINO: Rare Exports
„Stirb langsam“ trifft auf „Dänische Delikatessen“, die niederländische Flodder-Familie trifft auf die Gremlins. Eine obskure Mischung, die nicht bei jedem zünden wird, aber auf jeden Fall den Kinoeintritt wert ist! 7/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Rare Exports



"Was war denn das? Finnisches Kino??“ Muss wohl so sein, weil „Rare Exports“ stößt sein Publikum
vor den Kopf, stachelt es aber gleichzeitig auch euphorisch auf und steht damit ganz im Zeichen des skandinavischen Querdenkertums. Künstler wie Regisseur Aki Kaurismäki oder die Musikband Leningrad Cowboys stehen als Inbegriff für die finnische Andersartigkeit und „Rare Exports“ schafft es souverän auf ähnlich unorthodoxe Weise sein Publikum zu finden.

Der Film folgt keinen klassischen Filmkonventionen, höchstens um sie mit Genuss gegen die Wand zu hämmern. Die Ausgangsidee, den Weihnachtsmann als ein in Eis eingefrorener Antichristen darzustellen, ein Monster, das durch die finnischen Urvölker verbannt und auf Eis gelegt wurde, dürfte bei den einschlägigen Filmfankreisen für Entzückung sorgen. Ein Wunder, dass ein deutscher Verleiher den Schneid aufbrachte, den Film in die unsere Kinos zu bringen. Aber gerade solche ungeschliffene Filmdiamanten sind häufig nicht ohne Makel. Im Falle von „Rare Exports“ würde man am liebsten den Filmemachern noch eine halbe Million Euro in die Hand drücken und sagen: "So Jungs, toller Film, aber jetzt will ich noch ein Showdown sehen, der dem Film gerecht wird!" Denn eigentlich zieht sich der Film, der gerade mal zwei Millionen Euro kostete, am Ende relativ billig aus der Affäre. Der eine große Moment, auf den der Zuschauer von Anfang an geeicht wird, bleibt ihm letzten Endes vorenthalten. Aber wir können uns sicher sein, dass das bereits angekündigte US-Remake dieses Manko bereinigen, dafür alle anderen charakteristischen Ecken und Kanten gnadenlos abrunden und Hollywood-konform schleifen wird.

Zweifelsfrei, „Rare Exports“ ist eine sehr ungewöhnliche Filmkost, ganz anders als man es erwartet hätte. Relativ unblutig und unkonventionell. Der Zuschauer sollte keinen Slasher oder Horrorfilm erwarten, wie es einige Ankündigungen suggerierten. Stattdessen trifft „Stirb langsam“ auf „Dänische Delikatessen“, die niederländische Flodder-Familie trifft auf die Gremlins. Eine obskure Mischung, die nicht bei jedem zünden wird, aber auf jeden Fall den Kinoeintritt wert ist!

7/10

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