Montag, 22. November 2010

Filme - MEGAMIND

KINO: Megamind
Laut Statistik sind zwei von drei Dreamworksfilmen Nieten (und "Drachenzähmen leichtgemacht" hatte die Jahresquote bereits erfüllt). Aber siehe da, Megamind ist eine solide Superhelden-Parodie, mit dem Herz am rechten Fleck. 7/10
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> Meine ganze Kritik zum Film

Megamind


Die Animationsabteilung von Dreamworks ist der Workaholic unter den amerikanischen Animationsstudios. Nicht weniger als drei Kinofilme produzieren die Mannen und Frauen von Jeffrey Katzenberg pro Jahr. Grundsätzlich eine lobenswerte Leistung, nur schwankt die Qualität je nach Projekt zwischen haarsträubend uninspiriert und herzerweichend frisch und süß. Zudem sind laut Statistik zwei von drei Animationsfilmen erfahrungsgemäss bestenfalls nett und sind grundsätzlich in drei Fraktionen zu unterteilen. Die Originale, die Fortsetzungen und die Parodien. Mit „Drachenzähmen leichtgemacht“ und „Für immer Shrek“ bekamen wir dieses Jahr bereits einen hervorragenden originellen und eine obligatorische Fortsetzung serviert.



Nun folgt, wie letztes Jahr mit „Monsters vs. Aliens“, eine Genreparodie. „Megamind“ macht keinen Hehl daraus, dass er es auf das Superheldengenre und explizit auf Superman abgesehen hat und im Grunde nur die klassische „Superheld Contra Nemesis“ Konstellation auf den Kopf stellt. Aber siehe da: „Megamind“ entpuppt sich wider erwarten als eine solide Comicparodie. Kulturelle Querverweise abseits der Comicschiene halten sich glücklicherweise im Rahmen des Erträglichen - der Zuschauer wird also von keiner Zitatenlawine wie in den Shrek oder Madagascar Filmen erschlagen. Darüber hinaus besitzt die Handlung einen einfühlsamen Kern, der der Geschichte die nötige Menschlichkeit verleiht. Die Parallelen zum diesjährigen Überraschungshit „Ich - Einfach unverbesserlich“ werden schnell ersichtlich, da beide Filme auf dem selben Grundkonzept aufbauen. Aber „Megamind“ kommt zu keiner Zeit an den Niedlichkeitsfaktor und den Charme der drei kleinen Mädels und der gelben Minions heran. Und mit Vergleichen mit Pixars Superheldenfilm „Die Unglaublichen“ sollte man gar nicht erst anfangen. Wer mit solchen Maßstäben rechnet, hat von vorneherein verloren.

Dass die Geschichte um den blauen Riesenschädel von vorne bis hinten vorhersehbar ist, lässt sich verschmerzen, da wie so oft auch bei „Megamind“ der Weg das Ziel darstellt. Die Auflösung war ohnehin bereits anhand der Trailer vorherzusehen, was den Spaß aber nicht schmälert. Mit wirklichen Überraschungen sollte ohnehin nicht gerechnet werden. Der Film verfügt über genug Feingefühl und Charme, um über so manche inhaltlichen Mankos hinweg zu kommen. Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass der Stereoskopie-Effekt für Dreamworks Verhältnisse beinahe zurückhaltend eingesetzt wurde. Aber auch „Megamind“ verdient kein „3D-Preiszuschlag gerechtfertigt“-Prädikat, der Effekt bleibt trotz allem nur ein netter Bonus und kein filmisches Stilmittel.

Wer ein „Kung Fu Panda“ oder „Drachenzähmen leichtgemacht“ erwartet, wird enttäuscht. Wer dagegen ein Shrek 3“ oder „Monsters vs. Aliens“ Desaster befürchtet, dürfte positiv überrascht werden. Je mehr Comicaffinität der Zuschauer mitbringt, desto mehr Spaß dürfte er an den unzähligen kleinen Seitenhiebe auf das Comicgenre haben.

7/10

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