Donnerstag, 18. November 2010

Filme - Harry Potter and the Deathly Hallows Part 1

KINO: Harry Potter and the Deathly Hallows Part 1
Ein zwiespältiges und vor allem nur halbes Vergnügen. Im Grunde ein herausragender Film, wenn er nicht plötzlich in den Leerlauf schalten würde... 7/10
Kinostart: 18.11.2010
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Harry Potter and the Deathly Hallows Part 1
(Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1)

Die Fans hatten im Vorfeld zu „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“ allen Grund zur Freude. Warner ließ nicht nur verlautbaren, dass J.K. Rowlings letztes Kapitel der Pottersaga in zwei Filme unterteilt wird, um dem Finale möglichst gerecht zu werden, sie kündigten auch an, dass der Film doch nicht entgegen vorheriger Planungen in 3D konvertiert werde. Aber so schön das alles auch klang, eine gewisse Skepsis machte sich breit...

...die jedoch innerhalb der ersten Minuten nach Filmbeginn bereits vergessen war. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“ macht nahtlos dort weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hatte. Das erste Drittel bietet den intensivsten und beklemmendsten Spannungsbogen des ganzen Franchise. Eine verlorene Endzeitstimmung, die es in sich hat, mit einer allgegenwärtigen spürbaren Bedrohung und Düsternis. Die drei Hauptdarsteller entwickelten sich nun endgültig zu ernstzunehmenden Schauspielern und vor allem Emma Watson bietet schauspielerische Glanzpunkte, die einem im Gedächtnis bleiben. Der Score von Alexandre Desplat erzeugt einen sehr dichten Klangteppich, aber klingt leider zu keiner Zeit nach einem echten Harry Potter Soundtrack. „Der goldene Kompass“, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ oder „Der bunte Schleier“, Desplats Harry Potter-Partitur erinnert an vieles, aber die originalen Themen von John Williams müssen mit der Lupe gesucht werden.
Doch das Tragische an der ganzen Sache ist, dass die anfängliche Skepsis recht behalten sollte und in der zweiten Hälfte umso stärker zuschlug. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“ wird durch seine Beschneidung in zwei Teile daran gehindert, ein hervorragender Film sein zu können. Seine Spannungskurve kennt nach dem vielversprechenden Anfang nur eine Richtung: nach unten. In Trilogien haben die mittleren Filme mit einem ähnlichen Problem zu kämpfen, weil sie mehr als Zwischenstück als vollwertiger Film funktionieren müssen. Aber „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“ ist noch weniger. Er ist kein Brückenfilm, er ist ein unvollständiges, beschnittenes Werk, das den Zuschauer hinhält.

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“ ist jedoch kein schlechter Film. Ganz im Gegenteil, Langeweile kommt trotz des inhaltlichen Stillstands, der nach der Hälfte eintritt, nicht auf. In erster Linie ist das den Schauspielern zu verdanken, die nun eine Reife erreicht haben, die über inhaltliche Mängel hinwegtäuschen können. Wäre der zweite Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ direkt im Anschluss gezeigt worden, hätte die Hauptkritik an der Unvollständigkeit des Ersten keinerlei Gewicht. Aber losgelöst und für sich betrachtet, muss der Film enorme Abzüge hinnehmen. Es hätte eine dreieinhalbstündige (gerne auch vier wenn es nötig gewesen wäre) Achterbahnfahrt werden können. Intensiv, zermürbend und überwältigend. Dem Finale eines Harry Potters würdig.

Die Frage ist, kann man sich trotzdem auf den aller letzten Harry Potter freuen? Die Antwort ist ein klares ja! Vor allem, wenn Regisseur David Yates die anfängliche Beklemmung des ersten Teils wieder reproduzieren kann. Aber noch mehr darf man sich darauf freuen, die beiden Filme in einem Stück sehen zu können. Als eine Einheit mit einer intakten Dramaturgie ohne improvisierten Showdown, so wie es ursprünglich beabsichtigt war.

7/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts with Thumbnails

Ältere Beiträge, die dich interessieren könnten: