Dienstag, 14. September 2010

Filme - RESIDENT EVIL: AFTERLIFE

KINO: Resident Evil: Afterlife
Eine selbstverliebte "George A. Romero trifft auf Calvin Klein" Orgie, die man am besten nicht nüchtern erleben sollte  4/10
Kinostart: 16.09.2010
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Resident Evil: Afterlife


Bei Paul W.S. Anderson scheiden sich die Geister (nicht zu Verwechseln mit Paul Thomas Anderson, dem Oscar nominierten Indie-Regisseur von Filmen wie Magnolia oder There will be blood) . Die einen loben ihn als versierten Popcorn-Regisseur, der schnell zur Sache kommt, ein gutes Auge für Action sowie Stil besitzt und der sich vor allem mit populären Filmen, die auf Comic- oder Videospielvorlagen gründeten einen Namen machte. Für andere ist er jedoch kaum mehr als ein überbewerteter Handwerker, der bis auf das Wiederholen von Klischees und Zitaten nichts zu Stande bringt und der zu allem Überfluss noch die Ambition verspürt seine Drehbücher selbst zu schreiben.

Mit Resident Evil: Afterlife bringt er beide oben genannten Fraktionen dazu sich vor Erregung die Köpfe einzuschlagen. Der Film schreitet im Grunde rückwärts voran und besteht nur aus drei Actionsequenzen. Die Eröffnung stellt dabei so manchen Filmshowdown in den Schatten und bedient sich ungeniert aus dem Actionfundus der Matrix Saga. In der Mitte wird eine nicht unamüsante "True Lies meets Silent Hill" Hommage geboten und am Ende. Nun ja, es endet. Oder eben nicht, auf jeden Fall sollte Regisseur Anderson auch an dieser Stelle nicht vergessen die Tantiemen für die Matrixmacher rechtzeitig zu überweisen. Bis dahin sollte aber ohnehin auch der letzte Verstand, ähnlich wie der Film selbst, auf Zeitlupenmodus gestellt haben. Nicht unbedingt wegen der sinnfreien, überstilisierten und immens übertriebenen Action, sondern wegen den zu tiefst schockierenden und verstörenden Abgründen, die sich dazwischen auftun. Dort, wo eigentlich die Geschichte voran getrieben werden sollte, offenbart sich die wahre Apocalypse. Eine Apocalypse der unglaublich dämlichen Dialoge. Resident Evil war noch nie eine Filmreihe, die mit einfallsreichen Handlungsverläufen oder geschliffenen Dialogen glänzte. Aber was einem Paul W. S. Anderson hier vorsetzt, ist so unfassbar schlecht, so unfassbar unerträglich, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Aber man muss ehrlich sagen, wäre der Film als Heimkinopremiere erschienen und hätte man es sich in einer Männerrunde mit viel Bier gemütlich gemacht, der Film hätte sich zum unangefochtene Highlight des Abends gemausert. Ein Spaß ohne gleichen, dessen Schwächen zu unfreiwilligen Stärken werden. Wer jetzt denkt, der Film müsse deswegen zumindest vor Selbstironie sprühen, der irrt gewaltig. Resident Evil: Afterlife nimmt sich und seine Charaktere todernst und sieht sich als seriösen Beitrag zum nicht tot zu kriegenden Zombiegenre. Welch Ironie.

Im berauschten Zustand, auf der heimeligen Couch, wenn alles Streben nach Sinn, Vernunft und Logik fallen gelassen wurde, eröffnet der Film sein wahres Potential als selbstverliebte "George A. Romero trifft auf Calvin Klein" Orgie, die mit ihrem nativen und sehenswerten 3D-Effekt zusätzlich für sabbernde Münder sorgen würde. "Würde" wohlgemerkt. Denn leider sehen die Macher den Film als einen seriösen, kinowürdigen Kulturbeitrag, der wohl gemäß ihrer Meinung auch nüchtern zu ertragen sei. Aber dem ist leider nicht so, Mister Anderson.


4/10

1 Kommentar:

  1. Puh, gerade den Trailer angesehen... die übertriebenen SlowMo Szenen nerven mich ja hier schon, haha. Dabei hatte ich ernsthaft in Erwägung gezogen, mir den Film diese Woche nach der Arbeit noch anzusehen. Aber das Geld spare ich mir vielleicht doch lieber ;)

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