Donnerstag, 16. September 2010

Filme - PONYO

KINO: Ponyo
Hayao Miyazaki kehrt zu seinen kindgerechten Wurzeln à la Totoro zurück. Zuckersüß und unglaublich niedlich! 8/10
Kinostart: 16.09.2010
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Ponyo


Dass der Name Hayao Mjyazaki auch hierzulande einem größeren Publikum ein Begriff ist, ist nicht zuletzt der Berlinale zu verdanken, die im Jahr 1998 die Vorurteile, die bisweilen gegen japanische Zeichentrickfilme existierten, beiseite räumte und den vielgepriesenen Film „Prinzessin Mononoke“ ins Programm nahm und einfach seine Qualität für sich sprechen ließ. Mit diesem Startschuss bekamen Animes ihre lang verdiente Anerkennung und mit Filmen wie „Chihiros Reise ins Zauberland“ oder „Das wandelnde Schloss“ waren es stets die Miyazaki Filme, die in deutschen Kinos die Animeszene repräsentierten. Es verwundert darum nicht, dass auch der neuste Film des Regisseurs seinen Weg in die heimischen Kinos findet. Wenn auch mit fast zweijähriger Verspätung und in limitierter Kopienzahl, aber das sind sich die deutschen Animefans ohnehin schon gewöhnt.

Miyazaki orientierte sich bei seinem zehnten Kinofilm lose an Hans Christian Andersens berühmtem Märchen „Die kleine Meerjungfrau“, schlug dabei aber einen gänzlich anderen Weg ein, als die bekannte Disney Verfilmung. „Ponyo“ besitzt keinen eigentlichen Bösewicht und auch die Bedrohung, die aufgebaut wird, entwickelt an keiner Stelle bedrückende Ausmaße. Der Film behält durchgehend einen harmlosen aber dennoch gefälligen Ton und achtet penibel darauf die jüngsten Zuschauer nicht zu überfordern. Stattdessen packten die Filmemacher den Aquarellfarbkasten aus und erschufen mit Pastellfarben einen einzigartigen, expressionistischen Stil, der einen angenehmen Kontrast zu den fotorealistischen 3D-Unterwasserwelten eines „Findet Nemo“ erzeugt. Bei „Ponyo“ bekommt der Zuschauer noch hundertprozentige Handarbeit geboten, egal wie viel komplexe Wellenbewegungen im Bild zu sehen sind. Die Figuren sind alle sehr liebevoll charakterisiert und bieten ein breites Spektrum an Identifikationsmöglichkeiten. Besonders der Mutter-Kind Aspekt und die unterschwellige Ökobotschaft stehen im Mittelpunkt und werden auf verschiedene Weise, mal mehr und mal weniger subtil behandelt, aber an keiner Stelle mit dem erhobenen Zeigefinger oder mit übertriebener Sentimentalität.

Animationsfans fiebern ohnehin seit Monaten „Ponyo“ entgegen, aber auch weniger bewanderte Animefans, die dafür einen besonderen Faible für märchenhafte Erzählungen besitzen, könnten Gefallen an diesem zuckersüßen, kleinen Film finden. Man sollte sich nur bewusst sein, dass „Ponyo“ kein moderner Miyazaki Film ist, wie man sie in den letzten Jahren gesehen hatte (allen voran „Prinzessin Mononoke“ oder „Chihiros Reise“ ins Zauberland). Diese kleine Meerjungfrau besinnt sich stattdessen auf altbewährte, kindgerechte Tugenden im Sinne von „Mein Nachbar Totoro“ oder „Kikis kleiner Lieferservice“. Filme, die mehr durch ihre Warmherzigkeit sowie charmante Naivität überzeugten und die durch ihre fantasievolle Art auch die kleinsten Kinofans verzauberten.


8/10

Kommentare:

  1. Klingt sehr schön und ich freu mich schon richtig drauf! Ich bin nämlich sowohl Fan von Miyazaki Filmen à la Prinzessin Mononoke als auch Mein Nachbar Totoro :)

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  2. Dann nichts wie ab ins Kino, ich glaube Totoro Fans können von Ponyo gar nicht enttäuscht werden :)

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