Mittwoch, 8. September 2010

Filme - LEAP YEAR

KINO: Leap Year (Verlobung auf Umwegen)
Eine weitere romantische Komödie vom Fließband, aber dank dem Charme der grünen Insel und einer bezaubernden brünetten Alliteration ein schuldiges Vergnügen. 6/10
Kinostart: 09.09.2010
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Leap Year
(Verlobung auf Umwegen)


Amy Adams darf sich im Augenblick als die bezauberndste Alliteration Hollywoods feiern lassen. Seit ihrer Rolle als fleischgewordene Disney Prinzessin in „Verwünscht“ liegen ihr die Herzen aller jungen Mädchen zu Füßen. Unschuldige und naive Rollen gehören seit dem zu ihrem ständigen Repertoire, eine Schublade, die sie durchaus zu schätzen weiß, wie die Schauspielerin selbst zu gibt. Dass sie aber nicht nur eine zierliche Schönheit, sondern auch ein schauspielerisches Schwergewicht ist, bewies sie beispielsweise als gutgläubige Nonne in „Glaubensfrage“ oder auch als gewiefte Geschäftsfrau in „Sunshine Cleaning“.

Mit „Verlobung auf Umwegen“, so der unsäglich einfallslose deutsche Titel von „Leap Year“, begibt sich Amy Adams wieder auf vertraute romantische Pfade. Zwei Fremde, die sich nicht ausstehen können, müssen sich wider Willen zusammenschließen. Keiner der beiden hat das Bedürfnis nach einer romantischen Bekanntschaft und doch führt das Schicksal die beiden Herzen während ihrer beschwerlichen Reise zusammen. Ein Film, nach ganz altem Muster und mit einer erschreckenden Reißbrettartigkeit.
Bei den meisten romantischen Komödien weiß man als Zuschauer bereits bevor der Film beginnt, wie er enden wird und im Gegensatz zu anderen Genres setzt man sogar auf eine solche Überraschungsarmut, damit man mit einem guten Gefühl den Kinosaal verlassen kann. Vorausgesetzt es passiert auf eine sympathische Weise mit dem gewissen romantischen Funken. „Verlobung auf Umwegen“ nutzt genau diesen Trick um sein Publikum zu finden. Zusätzlich lässt der Film den Zauber Irlands für sich arbeiten, denn dank der irischen Folklore, der Sprache und nicht zuletzt der irische Landschaft entfaltet sich eine besondere Fernwehromantik, der man sich kaum entziehen kann. Sobald Anna Brady ihren Fuß auf die grüne Insel setzt, beginnt der biedere Anfang zu verfliegen und eine sympathische Leichtigkeit füllt den Kinosaal. Spätestens wenn die beiden gegensätzlichen Protagonisten aufeinander treffen, wird auch ersichtlich, dass der Funke zwischen Amy Adams und Matthew Goode mehr als nur zündet. Großstädtische Arroganz trifft auf burschikose Landmentalität. Noch klassischer geht es kaum, aber dank der beiden Hauptdarsteller verfällt man auch ein tausendstes Mal einem solchen Gesellschaftsgezanke. Dass der Film am Ende wieder in ähnlich biedere Verhaltensweisen wie am Anfang zurückfällt, ist wohl die logische aber traurige Konsequenz. Denn der knisternde Rosenkrieg zwischen Anna und Declan definiert den Reiz des Film. Ohne diese neckische Verschleierung wird schnell das wacklige Gerüst, auf dem der Film gründet, ersichtlich.

Dennoch, „Verlobung auf Umwegen“ verzaubert bedingt dank seines irischen Charmes und der beiden harmonierenden Hauptdarstellern. Es bleibt nur eine Frage, warum in aller Welt wurde John Lithgow, der kürzlich erst einen Emmy für seine beeindruckende Darbietung in der Serie „Dexter“ erhielt, für die läppische Rolle als Annas Vater engagiert? Einmal zu laut am Popcorn genascht und man verpasst seinen undankbaren Auftritt.


6/10

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