Sonntag, 7. Februar 2010

Filme: SOUTHLAND TALES und THE BOX

Richard Kelly, Macher von Donnie Darko, hat im deutschsprachigen Raum einfach kein Glück mehr. In diesen Tagen wurde sein aktuellstes Werk, The Box, direkt auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht. Das selbe Schicksal ereilte 2008 bereits sein letzter Film Southland Tales. Verständlicherweise *huust*

DVD: Southland Tales
Interessantes, aber reichlich kopflastiges Werk, das so manch wichtige Filmeigenschaft vermissen lässt
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

DVD: The Box
Kellys konventionellster Film mit einem Faible für altmodische Sci-Fi im Fahrwasser von Kubrick
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Southland Tales

Keine einfache Kost, die ich mir für diese späte Stunde ausgesucht hatte. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass es bei diesem Film nicht ums Verstehen, sondern ums Erleben gehen soll. Wenn das zutreffen sollte, dann bin ich masslos enttäuscht.
Ich hoffe stattdessen, dass sich mir die Story und die verschiedenen Ebenen auf denen sie aufbaut noch nicht vollends erschlossen hat. Gerade die religiösen Messiahssymbole konnten mein Interesse wieder wecken. Man grübelt, wie es sich für einen anständigen Mindfucking Film gehört, im Hinterkopf ständig über die unmöglichsten Auflösungsvarianten nach. Und kommt doch auf keinen grünen Zweig ;)

Auf jeden Fall eine intellektuell stimulierende Achterbahnfahrt, emotional dagegen scheiterte Kelley bei mir auf ganzer Linie. Über einen Film nachzudenken ist schön und gut, aber wenn ich während des Films nicht in die Geschichte eintauchen kann, ist das für mich ein immenses Manko. Gerade in Anbetracht des sehr träumerischen Scores von Moby eine Enttäuschung.

Auf der technischen Seite enttäuschten mich die Effekte besonders gegen Ende des Films. Das ginge selbst mit beschränktem Budget besser.

Erstmal sich setzen lassen...



The Box

Nach eigener Aussage wollte Richard Kelly mit The Box seinen kommerziellsten und suspenshaltigsten Film erschaffen. Und er ist für Kelly Verhältnisse tatsächlich schon fast zu konventionell, aber kommerziell definitiv noch lange nicht ;)

Der Aufhänger mit der Box ist sehr fesselnd, verläuft sich dann aber leider schnell im unnötig verkomplizierten Plotsand. Als Zuschauer kommt man dem Treiben recht schnell auf die Schliche und auch wenn der Film wie gewohnt viele Fragen unbeantwortet lässt, verspürt man am Ende trotzdem nicht den Drang mehr wissen zu wollen. Was positiv klingt, erachte ich als katastrophal, denn für mich ist das ein Zeichen dass man von dem ganzen Geschehen unberührt blieb. Der Suspensgehalt ist in der Tat recht hoch, aber zu merken, dass gerade was beklemmendes passiert und es zu spüren sind zwei vollkommen verschiedene Zustände.
Der Film erinnerte mich bezüglich der Stimmung und dem 70 Jahre Look frappierend an Kubricks Shining. Inhaltlich ist dagegen der Geist von Arthur C. Clarke allgegenwärtig, was über Umwege wiederum zu Kubrick führt. Wie mans dreht und wendet, die Kubrick Assoziationen wird man nicht los. Und das erzeugt zwar eine vertraute Stimmung, aber untergräbt den Film gnadenlos.

Cameron Diaz sah wie gewohnt blendend aus, James Marsden blieb wie gewohnt blass und Frank Langella kämpfte mit seiner undankbaren Rolle.
Der Score stammt übrigens aus der Feder von den drei Arcade Fire Mitgliedern Win Butler, Régine Chassagne und Owen Pallett. Er klingt sehr, ich muss es leider wieder sagen, konventionell und unterstützt zwar wunderbar die 70er Jahre Stimmung, aber ist kaum eine Hilfe für den Film.

Der Film scheint, wie bereits Southland Tales, zu polarisieren. Entweder bekommt er zufriedene Bewertungen oder wird als Stinker beschimpft.
Ein Stinker ist The Box sicherlich nicht, aber nach 100 Jahren Sci-Fi Evolution macht auch ein Storypuzzle wie es Kelly gerne verwendet diese altbackene Geschichte nicht besser.

6/10

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