Dienstag, 12. Januar 2010

Filme: THE IMAGINARIUM OF DOCTOR PARNASSUS

KINO: The Imaginarium of Doctor Parnassus
Ein schöner Einstieg ins neue Kinojahr, nur war Gilliam schon anspruchsvoller und neigte nicht so sehr zu Selbstzitaten.
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film




The Imaginarium of Dr. Parnassus (Das Kabinett des Dr. Parnassus)

Gilliam hat so seine Vorlieben was Charaktere und Erzählstrukturen betrifft. Entweder mag es eher etwas düsterer, mit psychologischen Spielereien und mit Fokus auf eher komplexere Charaktere. Oder er holt seine berühmten Farbeimern raus und versucht eine simple Geschichte mit viel Fantasie und einer verschachtelten Struktur möglichst aufwändig zu gestalten. Parnassus ist definitv letzteres.

Zuerst die grösste Schwäche die gleichzeitig auch die Stärke des Films ist: Der Film ist eine Kopie von Gilliams Baron Münchhausen mit digitaler Verjüngungskur. Die Charaktere wurden ausgetauscht, die Motive leicht verlagert, Struktur und Handlugnsaufbau komplett übernommen.
Und nach einer kleien Recherche ist auch klar warum: Gilliam schrieb das Buch zusammen mit seinem alten Freund McKeow mit dem er zuetzt Münchhausen schrieb und Gilliam zeichnete zum ersten mal seit dem Lügenbaron wieder das Storyboard komplett selbst.

Was bedeutet dies?
Dass der Film aussen hui und innen solala ist. Wie bereits beim Baron sind die eingeschobenen fantastischen Sequenzen unterhaltende Lückenfüller, die den Film aber kaum voran bringen dafür dem Film seinen visuellen Charakter verleihen. Die Szenen in der Realität dagegen sind auf ihre verschrobene Gilliam'eske Art die wahren Highlights.
Nur verzettelt sich am Ende Gilliam etwas in seiner Absicht möglichst unvorhergesehen zu handeln was zu Lasten der Charaktere geht.

The Imaginarium of Dr. Parnassus ist ein Film zum sehen und geniessen und erreicht mit seinen visuellen Ideen das Niveau der alten Gilliam Episodenklassiker Time Bandits und Baron Münchhausen und macht Gott sei gedankt den verquasten Brothers Grimm vergessen. Aber mehr als oberflächliche Highlights sollte man nicht erwarten, wie schon gesagt, seine wahren Klassiker wie Twelve Monkeys, Fisher King oder Brazil sind aus einem anderen Loch des schizophrenen Filmemacherverstandes entsprungen.

7/10

P.s

Besondere Erwähnung sollten wohl noch die Beine von Lily Cole finden!
Sie spielte akzeptabel, aber wie sie und ihre Stelzen manchmal ins Licht gerückt wurden drängt einem den Gedanken auf dass das Model wohl kaum wegen ihrer Schauspielerei engagiert wurden ^^
Und für die miserablen Compositing Effekte müsste man eigentlich einen Punkt abziehen, aber zur Not kann man ja auf andere visuelle Reize achten ;)

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