Freitag, 4. Dezember 2009

Filme: NOKAN und WHATEVER WORKS

Und weiter gehts mit Geschichten aus dem Kino: einen Oscargewinner aus Japan sowie Woody Allens neuster Streich:

K I N O : NOKAN
Nokan ist ein besonderer Film. Er erzählt eine universelle Geschichte auf sehr aussergewöhnlichen Weise. Emotional, mit beruhigenden Bildern und einer schier endlosen Tiefe.
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K I N O : WHATEVER WANTS
Woody Allen ist zurück im Big Apple! Respektlos, zynisch, überraschend verspielt und mit der bezaubernden Evan Rachel Wood!! *schmacht*
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NOKAN

Eine mutige Entscheidung den diesjährigen Oscar für den besten fremdsprachigen Film an Nokan zu vergeben. Der Film ist vieles, aber bestimmt nicht gewöhnlich, folgt er doch fernab jeglicher westlicher Konventionen ganz eigenen Bahnen. Und doch bietet im Kern eine klassische Selbstfindungsodyssee:
Der Protagonist wurde in einen Traum gedrängt der nie sein eigener war und musste Erwartungen gerecht werden die ihn stets überforderten. Mit dieser Ausgangssituation zeigt der Film wie sich ein Mensch selbst findet und fast noch wichtiger, um Akzeptanz bittet.

Die Frage nach dem eigenen ich und nach der eigenen Herkunft umschwebt den ganzen Film und wird auf sehr ungewöhnliche Art und Weise erzählt. Vermutlich liegt es an der kulturellen Besonderheit der Japaner, denn der Film versucht erst gar nicht aus den einzelnen Konflikten kapital zuschlagen und diese in Hollywood Manier bis ins unendliche zu steigern.

Nokan ist ein besonderer Film. Er erzählt eine universelle Geschichte auf sehr aussergewöhnlichen Weise. Emotional, mit beruhigenden Bildern und einer schier endlosen Tiefe.

8/10


WHATEVER WORKS

Ein guter alter Woody Allen, neurotisch bis ins Mark und um keinen sarkastischen Kommentar verlegen.

Man muss Boris einfach lieben, ist er doch eine Figur die ganz im Sinne des klassischen verbitterten Eigenbrötlers nachempfunden wurde, nur mit dem Unterschied dass Allen noch ein Stück Genie und ein Stück vom eigenen Neurotiker beigefügt hat (die Wesensverwandtschaft mit Eastwoods Gran Torino Charakter ist ebenfalls unübersehbar). Entstanden ist daraus ein überheblicher Misanthrop, ein selbstverliebter Zyniker und selbst ein egozentrischer Hypochonder. Kurzum eine Figur die es mehr als nur schafft den Film allein zu tragen.

Umso erfreulicher, dass die begnadete und wieder sämtliche Männerherzen raubende Evan Rachel Wood (ja, ich mache um meine Schwärmereien keinen Hehl ^^) ihre Rolle als wandelndes Südstaatenklischee so zauberhaft verkörpert und ihm gegen Ende sogar neue Facetten abringen kann, so dass Larry David ernsthaft befürchten muss, die Show gestohlen zu bekommen.

Mit Whatever Works kehrt Allen nicht bloss wieder in seine Heimat New York zurück sondern besinnt sich wieder auf alte Tugenden. Seine klassischen Walk'n'talks sind genauso zu finden wie die etwas anderen Beziehungskonstellationen und Entwicklungen für die er bekannt ist. Von den frechen und entblössenden Dialogen nicht zu reden. Zusätzlich zeigt sich der Regisseur von einer sehr verspielten Seite. Er wechselt und vermischt am laufenden band die Filmrealitäten in dem er seine Hauptfigur direkt zu den Zuschauern reden lässt und sich auch nicht zu schade ist diese zu beleidigen oder zu provozieren. Ebenfalls kein Novum für Allen, der in Purple Rose Of Cairo ebenfalls schon mit den verschiedenen Filmebenen hantiert hatte.

Wo sich Vicky Cristina Barcelona zeitweise beinahe schon wie ein romantischer Film anfühlte, gibt es bei Whatever Works wieder den guten alten rationalen Allen-Realismus. Ein Spass! :D

8/10

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