Donnerstag, 5. November 2009

Filme: "Thirst" und "Looking For Eric"

Looking For Eric
Englische Sozialkomödie auf den Spuren von Billy Elliot über Werte und Familie und einer hübschen (Fussballer-)Idee: CANTONA!
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Thirst (Durst)
Koreanischer Vampirmythos abseits von Klischees und "Zwielichts". Bizarr, erotisch, brutal, poetisch, blutig und wunderschön!
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Thirst

Eine lange Odyssee fand endlich ihr Ende. Am Fantasy Film Fest 09 fesselte mich eine Grippe ans Bett, zwei Previews verpasste ich aufgrund chronischer Vergesslichkeit und dem regulären Kinostart machten Uniprüfungen den Gar aus...ich dachte schon ich würde Park Chan Wooks neusten Film gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.
Wenn da nicht mein kleines Stammkino wäre (ein Schelm wer jetzt an Schleichwerbung denkt ^^) auf das auch nach Wochen des Kinostarts noch verlass ist! :D

Und ich muss sagen, ich hätte mich wirklich selbst geohrfeigt wenn ich diesen Film im Kino verpasst hätte. Im Sog der anhaltenden Vampirtrends ist man über jede noch so bizarre Abweichung von der Norm dankbar. Und Park Chan-Wook ist bekanntlich alles andere als ein Freund von Filmklischees.


Thirst in Worte zu fassen ist dabei alles andere als leicht. Mir fallen spontan die Worte bizarr, erotisch, abschreckend, blutig, poetisch, amüsant und wunderschön ein. Thirst ist kein leichter Film der es auf die blosse Unterhaltung abgesehen hat, dafür bedient sich seine Bildsprache und seine Charaktere zu extremen Mitteln. Die Altersfreigabe (ab 18 ) ist nicht aus reiner Willkür entstanden, zu schockierend und überraschend brutal sind gewisse Aspekte des Film. Nicht aber aus reinem Selbstzweck sondern weil durch die Gewalt und durch die explizite Sexdarstellung etwas ausgesagt werden will. Diese Härte mischt sich mit Chan-Wooks sensiblen Protagonisten und seiner rücksichtsvollen und teilweise überraschend romantischer Ader.
Am Ende des Films, wenn sich der Kreis schliesst, erkennt man erst durch den simplen Trick eines Schuhs dass die ganze vampirische Beziehung der beiden Protagonisten als Metapher einer Ehe betrachtet werden kann. Mit all ihren schönen und schrecklichen Momenten, in der Untreue, Scheidung, Tod aber auch erste Verliebtheit, Lust und Erlösung mit grotesken Einfällen eingefangen wurden.

Ich würde Thirst als den grossen unkeuschen Bruder von Let The Right One In bezeichnen. In beiden Filmen wird der Vampirismus als Metapher für das Anderssein verwendet und versucht ein neues Sinnbild für Freundschaft und Liebe zu definieren.

9/10



Looking For Eric
Ich kannte Ken Loach bislang nur als den ernsten Regisseur der sozial gebeutelte
Schicksale auf beklemmende Weise darzustellen wusste. Dass er auch anders kann beweist er er mit Looking For Eric, ein Film der sich Komödien wie Billy Elliot oder Brassed Off zum Vorbild nahm.

Man sollte jedoch meinen Fehler vermeiden, denn ich fand vor allem am surrealen "Mentor" Aspekt gefallen. Durch zuviele französische Filme hatte ich die Vorstellung dass dies auf verträumte und fantastische Weise eingefangen würde. Aber tatsächlich blieb sich Ken Loach in dieser Hinsicht treu. Der Film spielt im hier und jetzt und versucht erst gar nicht die Psyche von Eric durch filmische Tricks darzustellen. Ganz einfach ein Mann im Konflikt mit sich selber mit einem imaginären Alter Ego als Ventil.
Schön geschildert wird Erics Vater- und Grossvaterdasein. Er lief vor der Verantwortung davon, nur um dann als Schwiegervater selbst im Stich gelassen zu werden. Gerade diese familiären Momente und natürlich seine Versuche seine Familie zu beschützen machen den Film zu etwas besonderem. Die vergnüglichen Auseinandersetzungen mit dem grossen (und selbstironischen :D ) Cantona umrahmen und versüssen das relativ ernste Grundthema.

7/10 


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