Sonntag, 22. November 2009

Filme: "NEW YORK, I LOVE YOU", "HACHIKO" und "2012"

Drei Kritiken zu drei unterschiedlichen Filmen. Sollte für jeden etwas dabei sein :)
New York, I Love You startet in Deutschland leider erst am 28.01.2010, nur die Schweizer kamen bereits in den Genuss des Films.


New York, I Love You
Eine "schöne" Kurzfilm-Zusammenstellung, die aber weder dem französischen Original noch der Stadt gerecht wird.
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Hatchiko
Ein Film, der eine tief verwurzelte Sehnsucht mit ganz einfachen Mitteln zu Tage fördert. Selten erlebt, dass ein Film so universell zu Tränen rührt, ein voller Kinosaal und die Mehrheit greift kollektiv zum Taschentuch!
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2012
Emmerich in seinem Element. Er beherrscht das Katastrophenfach wie kein anderer...er sollte sich nur endlich mal das Drehbuchschreiben abgewöhnen.
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New York, I Love You

Als besonderer Liebhaber der französischen Romantik und Freund des ersten Films war ich von "New York, I Love You" etwas enttäuscht. Weder die Liebe zur Stadt noch die Liebe im Allgemeinen war besonders spürbar. Dabei gab sich der Film sichtlich Mühe, weniger Episoden dafür mehr Raum zur Entfaltung und mehr Vernetzung untereinander. Die Figuren traten häufiger in Erscheinung und teilweise wurden sogar Handlungsstränge wieder in anderen Episoden aufgegriffen.
Dennoch, wirklich ergreifende Momente waren rar gesät, man beobachtet ausnahmslos schöne, attraktive Menschen (was das Klischees der schönen Amerikaner im Film leider nur wieder fördert). Zudem wurde auffallend penetrant das Rauchen zelebriert. Gehört wohl zum Bild der Stadt...
Die Stardichte ist gewaltig, keinen Kurzfilm ohne mindestens einen Star. was ich auch nicht kritisieren möchte, denn Leute wie Nathalie Portman, Shia Labouf und Orlando Bloom erstaunen durch Mut zur Hässlichkeit und gerade der Transformers Boy glänzt durch eine ungeahnte Eindringlichkeit. Aber bei so vielen bekannten Gesichter bleibt der authentische Touch schnell auf der Strecke.
Zudem bestachen die besten Paris Episoden durch einen besonderen Mut zum Surrealismus. Diesen darf man in NY mit der Lupe suchen.

Wer New York wirklich von einer emotionalen und eindringlichen Seite erleben will, dem empfehle ich "Shortbus" Wer die Schönheit vom Big Apple geniessen will soll zu einem der Woody Allen Klassiker greifen. "New York I Love You" ist eine nette Zusammenstellung, wird aber weder der Filmreihe noch der Stadt gerecht.
 

7/10
 


Hachiko

Der Film wird so manchen zu Tode langweilen und bis ans äusserste seiner Kräfte bringen ;)
Hachiko [Ha-Tschi-Ko] erzählt keine Geschichte im eigentlichen Sinne sondern lässt uns an einer Freundschaft teilhaben. Für wen das bereits langweilig klingt, der sollte entweder eine sehr ausgeprägte Tierliebe besitzen, denn es gibt hier keine grosse Handlung oder Spannungsmomente. Der ganze Film zielt darauf ab die Beziehung zwischen dem Professor und seinem Hund fühlbar zu machen. Dies passiert in der ersten Hälfte über Hachis unglaublichen Niedlichkeitsbonus (bereits hier gelingt es Hallström einen ganzen Kinosaal direkt zu beeinflussen, selten hat man soviele entzückte "Jöö ist der niedlich" Kommentare aus den Reihen gehört) und kleinen Lachern resultierend aus der entstehenden Bande zwischen dem Tier und seinem Herrchen. Anschliessend kommt der Film im Grunde völlig zum Stillstand. Es folgen Zeitraffer und Momentaufnahmen. Stets die selben Bilder, stets die selben Eindrücke, man stellt sich schon die frage was das soll. Bis zu dem einen grossen Moment auf den der ganze Film fieserweise hinarbeitet.

Wie sagte Rod Tidwell in "Jerry Maguire" so schön:
"No, Roy. I'm not gonna cry!"

Das selbe könnte man zu Lasse Hallström sagen und doch schafft er es in den letzten 15min einen ganzen Kinosaal zum kollektiven Taschentuchgriff zu bewegen. Es war beinahe schon beängstigend, der Film zeigte nichts erwähnenswert trauriges noch dramatisches. Aber die subtile Musik von Jan A.P. Kaczmarek und die Reaktion von Joan Allen liess aus der entstandenen Empathie zu Hachi einen Gefühlsausbruch werden. Selbst wenn der Film keinen wahren Kern besässe, wäre der blosse Gedanke an eine solche Treue Stein erweichend. Die gealterte Erscheinung von Hachiko tat sein übriges hinzu.
Am Ende offenbart der Film dann die wahre Geschichte und ihre Hintergründe, selbstredend das auch hier die Schnäuzquote in die Höhe schnellte.

Ich denke für viele wird das einfach ein unglaublich anstrengender Film sein. Aber für alle Hundenarren, Tier- und (um das Kind mal beim Namen zu nennen) Frauenfilmfreunde ein bewegendes Erlebnis. Ein Film der eine tief verwurzelte Sehnsucht mit ganz einfachen Mitteln zu Tage fördert.

Ich kann nicht anders, 9/10 




2012

Emmerich blieb sich treu. Mehr gibt es eigentlich gar nicht zu sagen...man merkt einfach dass nicht mehr Dean Devlin sondern Harald Kloser sein Co-Autor UND Hauskomponist ist. Und beherrschen tut dieser leider weder das eine noch das andere...das ist die wirkliche Tragik in Emmerichs Filmen.

Erste halbe Stunde gefiel mir gut, den typischen Emmerich den man spätestens seit Independence Day kennt. Er versteht es eine Bedrohung Stück für Stück aufzubauen und was die Struktur des Films betrifft kann man von einem direkten ID4 Klon reden (was eine positive Feststellung ist, wohlgemerkt!).
Nur dann geht der Film baden...und taucht wieder auf...und geht wieder baden. Und taucht wieder auf...ein ständiges hoch und runter..hoch und runter........hoch und runter... undes sind nicht bloss die Flugzeuge gemeint...

Letzten Endes ist der Film amüsant in den lauten, anstrengend in den leisen Szenen, in den Momenten wo Menschen sich dem Tod stellen sogar ansatzweise bewegend. Die Vernichtung der Menscheit aus der Totalen darf  bis zu einem gewissen grad überraschend konsequent. Sein Ruf als fähiger Weltenzerstörer kommt nicht von ungefähr, nur beeindrucken leider die Shots mehr als die Dramaturgie die sie verbindet. Oder besser gesagt die Klischees.

6/10 

Kommentare:

  1. zu Hachiko: Ach ehrlich? Den habe ich ja sogar nicht auf der Liste gehabt. 9/10 Punkten ist ja schon was Besonderes. Beim Lesen der Inhaltsangabe in der Cinema hab ich den so unter Hunde-Kitsch abgetan. Vielleicht sollte ich mir das doch nochmal überlegen.

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  2. Böse gesagt kann man den Film auf "Hunde Kitsch" reduzieren. Aber der Film schafft es wirklich zu berühren. Und nicht nur mich, wie gesagt der ganze Saal hatte rote Augen am Ende :D

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