Mittwoch, 26. August 2009

FFF Sci-Fi Special: DISTRICT 9 und MOON

DISTRICT 9
Science Fiction von heute

Der Film ist pures Gold, ein Glanzstück der das beste aus zwei Welten vereint. Klassische Sci-Fi Elemente, dem modernen Zeitgeist entsprechenden realistischen Hintergrund und die Vielschichtigkeit eines Sozialdramas. Es zeigt sich wieder das nicht zufällig die besten Filme der jüngeren Zeit gleichzeitig auch Genre Crossovers waren.

Neill Blomkamp ist mit seinen jungen 28 Jahren sein persönlicher Citizen Kane gelungen. Gut für uns, schlecht für ihn. Denn alle kommenden Filme müssen sich von nun an mit D9 messen lassen. Aber der Junge hats wirklich drauf. Halo unter seiner Führung wird kommen, da bin ich mir sicher. Er ist prädestiniert dafür. Und wenn er gerade dabei ist soll er auch Half-Life verfilmen, denn genau so müsste Half-Life als Film aussehen. D9 ist übrigens mit einigen sehr netten
Gamezitaten geschmückt! ;)
(hier gehts zur kompletten Kritik)

Die erste Hälfte des Films wirft einem in den Brandherd, direkt zwischen die Fronten. Der Regisseur spielt dabei mit der Moral der Zuschauer. Wer ist im Recht, wer im Unrecht. Die Aliens erscheinen unheimlich, befremdlich, abstossend...ihre Verlagerung wird insgeheim gebilligt. Man identifiziert sich mit den Menschen...und realisiert mehr und mehr. Einfach fantastisch wie das Dilemma seinen Lauf nimmt.
Zudem wurde der Begriff Antiheld neu definiert. Die Originalität des Films beginnt bei seinem Protagonisten, aber seht selbst.

Die zweite Hälfte ist dann "konventionelles" (man beachte die Anführungszeichen) Actionkino. Aber von einer immens bestechenden Art: Roh, unbarmherzig, voll kreativen Ideen. So muss ein moderner Actionfilm aussehen. Durch die Hintergrundgeschichte sind die Szenen wirklich motiviert, man sitzt inmitten des Kreuzfeuers und staunt ab der unglaublichen Kreativität des Regisseurs. Das ist mit Sicherheit der alleinige Grund warum dieses aus finanzieller Sicht Low Budget Filmchen wie ein 100Mio Blockbuster wirkt. Neill Blomkamp wusste seine begrenzten Mittel voll auszuschöpfen und lässt somit voll ausgewachsene 200Mio Vehikel wie Amateurfilme da stehen. Meine Güte, 30Mio??!??

Bin begeistert, die ultimative Symbiose aus Form und Inhalt. So will ich Filme haben, verdammt!! :D



MOON

Philip K. Dick trifft auf Kubrick.

Was den Film für mich vor allem sympathisch machte, ist dass er sich nicht wichtiger nimmt als er ist. Man ahnt als Zuschauer sehr schnell was wirklich auf der Station abläuft und anstatt die Auflösung bis auf den letzten Moment hinauszuzögern weiss Duncan den Zuschauer richtig einzuschätzen. Dass der Film nach der Hälfte und der erfolgten Auflösung nicht an Spannung verliert ist ganz klar der Oneman-Show Sam Rockwell zu verdanken. Denn wissen bedeutet nicht automatisch auch verstehen. Ist das Geheimnis erstmal gelüftet stellen sich ganz andere Fragen...grundlegende, existenzielle die Philip K. Dick mehr als nur erfreut hätten.

Für mich als Kritkpunkt steht der etwas verlorene Charakter des Films im Raum. Moon mischt wunderbar alte Sci-Fi Themen zu etwas Eigenständigem, aber wirklich neu ist nichts an dem Film. Nicht einmal der wunderschöne und stimmungsvolle Score von Clint Mansell, selbst dieser wurde von Heil und Klimeks Das Parfum inspiriert. Das trifft böse gesagt auf ziemlich alles zu. Inszenierung, Drehbuch, selbst die Stimmung erinnerte mich an diverse andere Sci-Fi Vertreter (2001, 2010 und Alien allen voran).

Dennoch, als Sci-Fi Fan dankt man Duncan Jones auf Knien für sein poetisches Regiedebut.

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