Dienstag, 20. März 2018

Kurzreview: I, TONYA (Oscars, 2018)

"I, TONYA" Autor Steven Rogers Ansatz, die widersprüchlichen Wahrheiten und Meinungen sämtlicher Beteiligter in den Film einzubetten, diese mittels fingierten O-Tönen zu erzählen und so dem Zuschauer die Entscheidung über Wahrheit und Fiktion zu überlassen, ist der kleine Geniestreich des Films. Daraus entwickelt sich ein flottes Anti-Biopic irgendwo zwischen Komödie, Satire und Tragödie getragen von drei exzellenten Schauspielern und zahlreichen, grotesken Protagonisten. Eigentlich hält der Film seine Kamera nur auf die unsäglichsten und peinlichsten wahren Momente, die Harding und ihr Ex-Mann sich da erlaubten und füllt die Zwischentöne mit unterschiedlichsten, aberwitzigen Theorien. Hauptdarstellerin und Produzentin Margot Robbie wird in den kommenden Jahren sowohl vor als auch hinter der Kamera noch mit vielen großen Momenten und Filmen auftrumpfen. In diesem Fall bleibt sie jedoch im Schatten von Allison Janney, die den Oscar als beste Nebendarstellerin imho bereits in der Tasche hat. "I, Tonya" ist im Gegensatz zu seiner Protagonistin ein Sieger der Herzen. Ein Farbklecks, der jeden Filmabend bereichert. Regisseur Craig Gillespie empfiehlt sich nach dem fantastisch-wunderstvollen Lars and the Real Girl als Meister für die kleinen, abartigen Indies mit dem gewissen Knacks.

P.S. Wo der Film sich nicht von der besten Seite zeigt, sind seine VFX. Selten so dürftige Face Replacements gesehen. Ok, der Film hatte ein sehr enges Budget, aber gerade weil zwei der wichtigsten Szenen des Films davon leben, dass man Margot Robbie die Eiskunstszenen abkauft, wäre ein paar Dollar mehr echt gut investiert gewesen.

Donnerstag, 15. März 2018

Kurzreview: ANNIHILATION (2018, Netflix)

"Annihilation" ("Auslöschung") AKA der erste Film seit Langem, der in mir das Bedürfnis weckt, ihn mir sofort nochmals anzusehen. Um jede verborgene Note zu hören, jede verborgene Farbe zu erkennen. Ein direkter Nachfolger von Tarkowskis "Stalker", ein geistiger Bruder von "Arrival", ein heimlicher Verehrer von "Under the skin" und leidenschaftlicher Jünger von Kubricks Wahnsinn. Philosophische Science Fiction at its best (oder worst). Regisseur Alex Garland spielt mit den Mechaniken und den Genres, um am Ende die alle Gesetze der modernen Wissenschaft brechende Logik auch auf seinen Film anzuwenden. Es entstand der wohl impressionistischste und poetischste Vertreter seiner Art. Für Freunde mit guten Mägen und von Filmen wie 2001, Solaris, Sphere, Contact oder Arrival. Nur bedeutend abgründiger und blutiger.

Ich verstehe, warum die Sesselfurzer bei Paramount den Film an Netflix verhökerten. Nichts anderes tun Menschen, wenn sie etwas fürchten und/oder nicht verstehen. "Annihilation" ist kein Film mit dem Box Office Rekorde gebrochen oder Oscars gewonnen werden. Mit dieser Art von Film empfiehlt man sich als Visionär, hinterlässt eine kleine Kerbe in den Annalen und begeistert einen kleinen, aber sehr treuen Kreis von Filmliebhabern.

 

Donnerstag, 22. Februar 2018

Review: SUPA MODO (Berlinale 2018)

Wenn man von einem Film bereits nach fünf Minuten zum Weinen gebracht wird, aber ganz ohne Musikmanipulation, ohne Klischees, ohne Sentimentalität, rein durch die Figuren und das Schauspiel, dann darf man auf den Rest wahrlich gespannt sein! "Supa Modo" ist kein Real-Life Superhero Movie wie es der Trailer vielleicht suggerieren mag. Kein "Superman", kein "Kick-Ass", vielmehr ein "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" mit kindlicher Superheldengarnitur. Dazu eine Prise Gondry'scher Spieltrieb, eine Prise Spielberg'sche Staunen und ganz viel kenianische Filmbegeisterung.

Die Welt spricht aktuell von dem großen "Black Panther" (und das nicht ohne Grund). Aber der Panther verkommt zur kleinen Schmusekatze gegen die Kraft, die Furchtlosigkeit und die Anmut von Jo AKA Supa Modo! Eine realere, afrikanische Superheldin wird die Welt so schnell nicht erleben, die es mit ihrem Mut mit dem schlimmsten aller Gegner aufnimmt!

Was ich an diesem kleinen Film am meisten liebe, ist sein überbordender Optimismus, seine unglaublichen Laien-Darsteller, seine fantastische Kameraarbeit. Die Botschaft ist nicht neu, aber in den Landesfarben Kenias und transportiert von der Schauspielentdeckung des Jahres Stycie Waweru, war sie lange nicht mehr so klar und kraftvoll. Was Tom Tykwer und Marie Steinmann-Tykwer mit ihrer alternativen Produktionsfirma One Fine Day Films hier ermöglichen, ist außergewöhnlich und verdient großen Respekt!

Der Film wird bei uns wohl ein Festivalfilm-Schicksal fristen müssen. Um die Projektkoordinatorin zu zitieren "afrikanische Filme scheinen in Deutschland nicht so angesagt zu sein." Dazu kann ich nur an alle Verleiher plädieren: Schaut euch gefälligst diese Filmperle an! Mehr Lachen und Weinen, Hoffnung und Lebensfreude lässt sich in 74 Minuten nicht hineinpressen! Zumindest wurde ein Weltvertrieb gefunden, das lässt hoffen, wenn nicht für uns, dann zumindest für den Rest der Welt!


Samstag, 18. November 2017

Kurzreview: SIMPEL (Deutsches Kino, 2017)

Ich mag gar nichts schlechtes über diesen netten, kleinen Film sagen. "Simpel" ist witzig, er ist rührend, Lau und Kross harmonieren als Brüder wunderbar. Und die Nebenrollen sind teils irrwitzig besetzt.
Ich denke, es liegt einfach an mir, dass der Film trotz seinen redlichen Absichten nicht zündete. Nach mitreissenden Arthouse-Filmen wie dem spanischen "Me Too", in dem Schauspieler mit echtem Down-Syndrom sich direkt in mein Herz spielten, frei von Kitsch und voller Radikalität, kann ich in solch konventionelle Umsetzungen, wo dazu talentierte A-List Schauspieler "Full retard" gehen, nur noch bedingt eintauchen. Dazu kommt ein Drehbuch, welches die Herzlichkeit und Sensibilität vermissen lässt, mit der die Hauptdarsteller glänzen. Und gewisse unfreiwillig-komische Besetzungsentscheidungen tun ihr Übriges.
Während dem Kinobesuch bekam ich einfach Robert Downeys Stimme nicht aus dem Kopf, der ständig rief: "You went full retard, man. Never go full retard." Sorry, David.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Kurzreview: HBOs WESTWORLD (Pilotfolge, Kritik)

HBO gelingt mit "Westworld" sein persönliches "All Along The Watchtower", schaffte zusammen mit Jonathan Nolan, J.J. Abrams und Co. das (schier) Unmögliche: Michael Crichtons Klassiker neuzuinterpretieren, zu verfeinern, zu übertreffen. Science Fiction auf aller höchstem Niveau. Eine Symbiose aus Michael Crichton, Elon Musk, Peter Molyneux, Philip K. Dick, John Ford, Isaac Asimov und vielen mehr. Wenn die Serie hält was der Pilot verspricht, dann erwartet uns kein zweites "Game Of Thrones" (wie die Medien HBOs Zwang nach einem neuen Hit gerne umschreiben), sondern ein neues, wahrhaftiges "Battlestar Galactica" und damit ein Android's dream comes true! [TRAILER]



Dienstag, 23. August 2016

Kurzreview: SWISS ARMY MAN - Derb, makaber, wundervoll (Fantasy Furzfest, 2016)

"Where the Wild Things Are" meets "Botanicula" meets ganz ganz ganz viel Feenstauber aus der Wundertüte von Michel Gondry. Swiss Army Man verzaubert ab dem ersten Flatus aus dem fahlen, toten Arsch von Daniel Radcliffe. Bestes Gegen-den-Strich-Drehbuch seit "Being John Malkovich" und eine allerliebst detailverliebte (aber zugegeben stark fremdinspirierte) Umsetzung von zwei Newcomern, deren autistisch-geprägten Sinne, Herzen und Verstand sich mit dem Talent eines Spike Jonze verbunden haben. Eigentlich bin ich ohne Worte, aber eigentlich sprudelt man nach diesem Film nur so vor Eindrücken und Empfindungen. Dass solche Filme heutzutage (noch) finanziert und produziert werden grenzt an ein Wunder. Das Film(furz)wunder 2016! [TRAILER]

Um zu betonen wie wunder-wunder-wundervoll diese kleine Filmperle ist: Wo sonst bekommt man den Sinn des Lebens mit Hilfe von Jurassic Park erklärt - SINGEND!?! (Siehe Clip unten) Und das ist nur eine von vielen kleinen, unbeschreiblichen Szenen mit Radcliffe und Dano aus dem sich "Swiss Army Man" speist! [PROMOCLIP]


Montag, 2. Mai 2016

Kurzreview: Civil War, Marvel as usual (2016)

Meine Erkenntnis nach "Captain America: Civil War": Ich kann über den Film nichts schreiben, was nicht bereits auf das Dutzend Marvelfilme davor zutraf. Ein Winter Soldier 1.5 meets Avengers 2.5 inkl. Spider-Man und Black Panter Topping. Ein paar frische Farbschichten auf einer zu oft übermalten Leinwand. Ich sage was ich bereits bei Age of Ultron sagte: Das MCU braucht keine weiteren Phasen, die bloß Namen auf Namen stapeln, Spektakel durch Spektakel ersetzen und ein Plotbingo veranstaltet, sondern strukturelle Reformen. Die Marvelkinoformel funktioniert seit 10 Jahren unverändert und sorgte für mehr oder weniger beachtliche Unterhaltungsfilme. Doch die Luft wird immer dünner. Die innere Heldenzerissenheit ist das Weltretter-Stereotyp von heute, was Civil War zur Perfektion führt. Das ist Kritik an einem funktionierendem System auf hohem Niveau, schließlich beweist DC, wie ein fehlerhaftes System zu echtem filmischen Kollateralschaden führen kann. Für mich persönlich bleibt aber gerade nach Civil War die Erkenntnis, dass man modernen, komplexen (Comic) Vorlagen im Kino kaum mehr gerecht werden kann. Nicht seit dem uns gezeigt wurde, zu was eine Serie wie "Jessica Jones" im Stande ist. (7/10)


Samstag, 12. März 2016

#ProjectMomentum: UFA, Ku'damm 56 & die Krux mit dem Tagesjob

Ich fasse mich kurz. Seit zwei Wochen muss ich #ProjectMomentum pausieren, weil meine Tätigkeit für die UFA Fiction aktuell alle meine Ressourcen aufbraucht. Wie ich Gregor bereits geschrieben habe, ist ab Ende nächster Woche wieder Besserung in Sicht.

Apropos #ProjectMomentum: Ich lese bekanntlich im Zuge des Projekts die "Weissensee"-Drehbücher von Annette Hess. Wie es der Zufal so will, durfte ich die Autorin Anfang dieser Woche kurz kennen lernen. Ich kam nicht dazu mit ihr über Weissensee zu reden, dafür über #Kudamm56, ihr aktuelles Projekt, was sie zusammen mit uns (der UFA) umsetzte. Übrigens ab 20. März im TV zu sehe. Es lohnt sich!

Wie dem auch sei, nächste Woche bin ich wieder am Start und dann auch wieder mit 1/2/7/7 Infos. Wer sich für "Ku'damm 56" und meine Arbeit interessiert, in folgender Playlist gibt es die ersten von zahlreichen Videos, die mich die letzten Wochen auf Trab hielten (ein Projekt von vielen...)


Sonntag, 21. Februar 2016

#ProjectMomentum: Über Kausalität & Plausibilität in Drehbüchern (& Berlinale-Auszeiten)

Fünfte Woche #ProjectMomentum... (inkl. Berlinale-Auszeit)

Worum geht's? Hier nachlesen!

Was diese Woche geschah...
  • 1 Buch: Hatte mir kurz nach der Lektüre des Drehbuchs zur ersten Folge Weissensee auf Netflix die fertige Folge angeschaut. Was auffällt: Budget muss relativ überschaubar gewesen sein, weswegen die Buchtreue umso mehr auffällt. Buch 1x2 geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Verdichtet die Konflikte, vertieft die Figuren, alles mit einfachen aber sehr effektiven Stilmitteln. Apropos "Annette Hess" (die Autorin von Weissensee). Ende März strahlt das ZDF den von meinem Brötchengeber produzierten Dreiteiler "Kudamm 56" aus, der ebenfalls von der Autorin geschrieben wurde. Werde mir im Rahmen meiner Weissensee Lektüre auch diese Drehbücher zu Gemüte führen, so erhalte ich mir gleichzeitig einen gewissen roten Faden in der Wahl meiner Drehbücher. 
Logo #ProjectMomentum, (c) Lisa Steinbrück
  • 2 Filme: Grund meiner zweiwöchigen Pause: #Berlinale. Viele Filme (13 Stück), einige berufliche Verpflichtungen, aber keine einzige Party (worauf ich irgendwie stolz bin obwohl diverse Einladungen auf dem Tisch lagen). Filme schauen und jeden Abend Party/Empfänge wären auch ohne einen Tagesjob schwer zu vereinen, aber das diesjährige Filmangebot war so ergiebig, dass die Frage "lasse ich den Film sausen um feiern gehen zu können" gar nicht erst aufkam. Dazu widme ich bei Gelegenheit einen separaten Blogpost. An dieser Stelle soll nur interessieren: Ich legte meinen Fokus auf das Generationen Programm und sah diverse Filme mit Kindern und Jugendlichen als Protagonisten. Was auch auf mein Script zutrifft. Zufall? Wohl kaum. Meine Berlinale-Generationen Highlights: Girl Asleep (Wes Anderson meets Lewis Carroll in Australien), Little Men (Martin Scorcese meets John Hughes in Brooklyn), Rauf (Türkischer Bürgerkrieg durch Spielberg'sche Kinderaugen)
  • 7 Drehbuchseiten: Gregor hatte ausführlich meine neuesten Erweiterungen gefeedbackt und wies dabei auf einen großen blinden Fleck hin. Ich nenne es mal mein "Kausalitäts-/Plausibilitätsproblem". Das alles auslösende Ereignis meiner Geschichte fügt sich noch nicht wirklich in die Geschichte ein. Sorgt zwar für Konflikte und Motivation, aber fehlt an Glaubwürdigkeit. Generell gibt es noch zu viele unbeantwortete Fragen wie die Figuren zu diesem Ereignis stehen. In dieser Hinsicht habe ich der Berlinale einen kleinen - ich nenne es mal so - Durchbruch zu verdanken. Anstatt meiner Geschichte eine backstoryschwangere, tote Nebenfigur aufzudrücken, die zwar voller Schuld und Sehnsüchte ist, aber wenig zur eigentlichen Handlung beiträgt, verschiebe ich die Schuldfrage. Im Sinne von "für die Taten der Toten werden die Lebenden zur Verantwortung gezogen". Habe dazu auch einen Artikel gefunden, der das dramaturgische Potential aufzeigt.
  • 7 Stunden Story Development: Gregor hat auf Basis meines ersten Feedbacks eine komplette Überarbeitung begonnen, die sich "New Beginning"nennt. Das wird nun von mir gleich in Angriff genommen. Er hatte eine nette kleine Idee für eine bildliche Metapher um seine Figuren einzuführen. Don't tell, show! 
Fazit: Die Filmbatterien sind aufgeladen, weiter geht's!

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Hard but unfair, die andere (Blog)seite zum #ProjectMomentum aus der (englisch verfassten) Sicht von Gregor, meinem Partner in Crime. Alle Beiträge zu diesem Schreibprojekt werden bei ihm und bei mir unter dem Hashtag #ProjectMomentum gesammelt. Unsere bisherigen Drehbücher lassen sich hier nachlesen.

Mittwoch, 3. Februar 2016

#ProjectMomentum: Figureneinführungen, Meerjungfrauen & Kinoentzug

Dritte Woche #ProjectMomentum...

Worum geht's? Hier nachlesen!

Was diese Woche geschah...
  • 1 Buch: Mission "Weissenseekonnte noch nicht fortgesetzt werden. "The 21st Century Screenplay" von Linda Aronson hatte meine Aufmerksamkeit zu sehr beansprucht. Bin eher zufällig über einen Tipp von Huan "Die Farbe" Vu darauf gestoßen, hat mich dieses Buch jedoch sofort in seinen Bann gezogen. Huan sagte dazu "Anything you need to know about non-linear storytelling with flashbacks and time jumps is in her book. If Christopher Vogler is the Yin of screenwriting, then Linda Aronson is the Yang." Dem kann ich nur beipflichten, dabei hab ich erst ein Drittel des Buches durch. Ich stehe Fachliteratur über das Drehbuchschreiben mittlerweile kritischer gegenüber. McKee sehe ich eher als ein Ratgeber fürs Leben als fürs Drehbuchschreiben. Vogler hat seine Daseinsberechtigung, aber sollte 2016 bitte nur noch als historische Quelle genutzt werden. Dito Field. Gut zu kennen, aber bitte nicht blind nachahmen. Goldmann schätze ich sehr, keiner zieht so schön über Hollywood her und vermittelt einem dabei noch wertvolle Tipps aus dem Leben eines gepeinigten Drehbuchschreiberlings. Snyder ist überbewertet aber zugegeben, seine Katzenbibel liest sich wunderbar leicht. Kurzum, viele der sogenannten Gurus finden schöne, wahre und manchmal auch präzise Worte wie man Drehbücher schreiben KANN. Nur lenkt es eigentlich nur davon ab, dass man selbst etwas schreibt. Prokrastinationalarm und so.
Logo #ProjectMomentum, (c) Lisa Steinbrück
  • 2 Filme: Ich schaff es einfach nicht ins Kino. Shame on me. Anomalisa, Creed, The Danish Girl, Brooklyn, The Big Short. Pustekuchen. Ich hab im Zuge meiner Recherche zumindest Lilo & Stitch geschaut, ein Film über zwei Geschwister-Waisen im Clinch mit den eigenen Alltagsproblemen und hartnäckigen Jugendamt. Gutes Beispiel wie komplexe, soziale Probleme auf ein verständliches Maß runtergebrochen werden können, ohne dabei an Dramatik oder Glaubwürdigkeit zu verlieren. Das Setting angesiedelt in einem von Armut geprägten Hawaii verbunden mit toten Eltern, auf sich allein gestellte Kinder und Behörden, die Familien in zwei reissen, wäre für einen Disneyfilm bereits ohne eine außerirdische Killermaschine mit Faible für Elvis gewaltiger Tobak. Nicht umsonst einer der schändlich unterbewertetsten Disneyklassiker. 
  • 7 Drehbuchseiten: Ich sitze aktuell an zwei wichtigen Figureneinführungsszenen. Einmal von Sharon (meiner kindlichen Protagonistin) und einmal von Jule, einer Nebenfigur, die der moralische Kompass des Films werden dürfte. Beide Szenen müssen viele Informationen vermitteln. Wer sind sie? Wie sind die Beziehungen? Dazu wird der Hauptschauplatz, eine Berliner Platte, ein Mikrokosmos im Berliner Überkosmos, eingeführt. Gleichzeitig darf die Handlung nicht stoppen. Als die erste Szene des gesamten Films soll sie den Ton des Films definieren. Muss visuell genug Potential besitzen um die Zuschauer neugierig zu machen, aber auch nicht zu sehr von der eigentlichen Attraktion des Films - Sharon - ablenken, die hier ihren Sherlock Moment erlebt. Gregor wartet auf die Szenen, darum soll das fürs Erste reichen.  
  • 7 Stunden Story Development: Bei Gregor konnte ich nicht viel tun (oder Greg?), also schraubte ich an einer Kurzgeschichte aka Comic an der ich seit November sitze. Eine Zusammenarbeit mit der begnadeten Illustratorin Karoline Pietrowski. Ich würde es eine persönliche Interpretation von Andersens "Die kleine Meerjungfrau" nennen. Mit einer Prise The Shining, E. A. Poe und Heidi. Inspiriert von Del Toros Crimson Peak.
Fazit: Nicht die produktivste Woche. Ich werde darum die oben erwähnte, erste Drehbuchszene zum Anlass nehmen um direkt mit dem Drehbuch weiterzufahren. Ich tendiere ohnehin zu extremer Prokrastination. Das Lesen von Drehbüchern, über Drehbücher und das Verfassen von Outlines für Drehbücher ist nur eine andere Form mich von dem eigentlichen Drehbuchschreiben zu drücken. Gefahr erkannt. Nun geht es ans Bändigen!

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Hard but unfair, die andere (Blog)seite zum #ProjectMomentum aus der (englisch verfassten) Sicht von Gregor, meinem Partner in Crime. Alle Beiträge zu diesem Schreibprojekt werden bei ihm und bei mir unter dem Hashtag #ProjectMomentum gesammelt. Unsere bisherigen Drehbücher lassen sich hier nachlesen.
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