Sonntag, 12. Februar 2012

Kurzreview - DIE KUNST ZU GEWINNEN - MONEYBALL (Kritik)

Kurzreview: Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
Selten war ein proklamierter "Sportfilm" so gegen den kommerziellen Strich gebürstet wie Moneyball. Wer große, klassisch gestrickte Sportpathetik erwartet wird schnell erkennen, dass hier eine wahre Geschichte im Vordergrund steht und Underdogs auch mal Underdogs bleiben können. Oder auch nicht. Das Spiel mit den Erwartungen und gezielten Auslassungen altbekannter Abläute macht aus Moneyball einen sportlichen Independentfilm, der den technischen Fortschritt zelebriert aber versteckt in den Filmfußnoten auf ironische Weise alte Teamgeisttugenden heraufbeschwört. Fortschritt besiegt Tradition, Menschlichkeit kaltes Businessdenken. Aaron Sorkins Handschrift ist besonders in der Charakterisierung von Brad Pitts Rolle und den ständigen Sportbabbles unübersehbar. Aber wie bereits bei The West Wing muss man nicht alle Mechanismen und Abläufe verstehen, um den Kern der Szenen zu erfassen. Am Ende bleibt einem vor allem der Song von Pitts Filmtochter in Erinnerung: "You're such a loser, dad. Just enjoy the show!" Hier versteht auch der letzte Sportbegeisterte, der vielleicht nicht die erhoffte Sportdröhnung bekam, das Moneyball mehr ist, als nur ein Film über Baseball.  8/10
> T r a i l e r

Montag, 30. Januar 2012

Kurzreview - DAME, KÖNIG, AS, SPION (Kritik)

Kurzreview: Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy)
Völlig unbedarft, ohne das Buch von John le Carré noch die BBC-Verfilmung zu kennen, eröffnete sich mir ein Film, dessen entschleunigte Oberfläche wie Balsam auf der gereizten Cineastenhaut wirkt. Alte Männer spielen Kalter Krieg fernab von Agentenklischees und Actionszenen. Darunter offenbart sich eine der verschachtelsten und forderndsten Erzählungen seit langem. Man wird von Informationen nahezu erschlagen, reiht im Kopf A an B und versucht mit dem Film Schritt zu halten. Wie in seinem Meisterwerk "So finster die Nacht" beweist Regisseur Alfredson auch in "Dame, King, As, Spion", dass er den eisigsten Szenarien einen Funken zwischenmenschliche Wärme und Romantik abringen kann, selbst dem Kalten Krieg. "Drei Tage des Condor" trifft auf "Die üblichen Verdächtigen" mit einem Starensemble, dass mit Blicken statt mit Worten dem Zuschauer zusetzt und die Suspense greifbar werden lässt.  9/10
> T r a i l e r

Dienstag, 24. Januar 2012

Kurzreview - THE DESCENDANTS (Kritik)

Kurzreview: The Descendants
Die Prämisse von "The Descendants" erscheint so einfach und doch so kraftvoll. Hawaii erscheint so traumhaft und doch verloren. Der Film erinnert uns daran, dass auch im vermeintlichen Paradies Krebs tötet und Liebeskummer schmerzt. Nur wenige Regisseure bringen dem Zuschauer ihre Charaktere mit sowenig künstlicher Beeinflussung so nahe wie Alexander Payne. Wem "Kleine wahre Lügen" zu sentimental war, findet hier eine subtilere Auseinandersetzung mit den täglichen kleinen Tragödien, die uns zeichnen und dem einen großen Schicksalsschlag, der unser Leben verändert. 8/10
> T r a i l e r

Montag, 23. Januar 2012

Kurzreview - DRIVE (Kritik)

Kurzreview: Drive
Eine bemerkenswerte Variation von "Léon der Profi", die von einem beinahe poetischen Minimalismus geprägt ist. Nur Carey Mulligan wird leider zur rehäugigen Statistin degradiert. Regisseur Refn blieb sich in puncto Härtegrad treu und beweist Mut, dem gefassten und ruhigen Grundton des Films solch explizite Darstellungen entgegenzustellen. 9/10
> T r a i l e r

Kurzreview - HUGO CABRET (Kritik)

Kurzreview: Hugo Cabret (Hugo)
Man wünscht sich, man wäre wieder Kind. Dann wäre Hugo einer dieser Filme, die einem bis ins Erwachsenenalter prägen. Doch verstünde man auf diese Weise wohl kaum Scorseses leidenschaftliche Hymne auf die frühen Anfänge des Films und die Faszination, die das Medium bis heute auf uns ausübt. Allein die wundervolle Schlusssequenz macht aus der unspektakulären Stereoskopie eine Pflicht, bei der Scorsese Méliès zaghafte Räumlichkeit verleiht und damit eine noch nie dagewesene Symbiose schafft. Aber Achtung, oberflächlich gesehen ist und bleibt Hugo ein naiver, langsam und schnörkellos erzählter Kinderfilm. Der Anspruch liegt dahinter, wie ein feines Uhrwerk hinter einem einfachen Zifferblatt. 8/10
> T r a i l e r

Samstag, 21. Januar 2012

Kurzreview - In guten Händen (Hysterie - Kritik)

Kurzreview: In guten Händen (Hysteria)
"In guten Händen" darf als koketter Appell für Feminismus und sexuelle Selbstbestimmung verstanden werden, bleibt dafür aber letztendlich hinter seinen Möglichkeiten. Stattdessen macht er aus einer (wirklich...) wahren Geschichte einen süffigen, höchst vergnüglichen aber letztendlich harmlosen Blick durch das Schlüsselloch der damaligen Prüderie. 7/10
> T r a i l e r (Der englische Trailer spoilert gnadenlos den gesamten Film, darum ausnahmsweise die gekürzte, deutsche Version. Die Briten mögen es mir verzeihen...)

Sonntag, 15. Januar 2012

Kurzreview - MAD CIRCUS (Kritik)

Kurzreview: Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod (Balada triste de trompeta)
Durch seine anarchistische Clownerie inmitten des Franco-Regimes dürfte dem Film sein Kultstatus sicher sein. Aber trotz Vergleichen mit Inglourious Basterds oder Pans Labyrinth fehlt es Mad Circus an Sinn und Stringenz. Zu wirr stürzt er sich ins Elend seiner Historie und zu schablonenhaft wirken seine Charaktere. Man ergötzt sich an seiner visuellen Kraft, stößt sich aber an seiner völligen Humorlosigkeit, was am Ende nicht nur dem Film das Rückgrat bricht. 6/10
> T r a i l e r

Samstag, 14. Januar 2012

Kurzreview - ZIEMLICH BESTE FREUNDE (Kritik)

Kurzreview: Ziemlich beste Freunde (Intouchables)
Was kann zu diesem Film überhaupt noch alles gesagt werden, was noch nicht gesagt wurde? Schlicht ein "gottverdammt" großartiger Film, der einer uralten Geschichte mit Ehrlichkeit und Charme neues Leben einhaucht. Der Senegaler Driss ist das Herz, die Seele und Turbolader dieses Films. Der Zuschauer möchte sich gerne in ihm wiederkennen, als ein unvoreingenommener, direkter Mensch, der mit Witz, Charme und Temperament alle verblüfft und sein Leben ohne Scheuklappen lebt. Doch tatsächlich sind wir als Zuschauer wie Philippe in unseren Sitzen und in uns selbst gefangen, brauchen Driss, um aus uns herauszukommen. Kein Spruch ist zu "schwarz", kein Fettnäpfchen zu tief, denn mit Driss Unverblümtheit und Philippes Dankbarkeit werden solche Szenen zum Lachgas und Sauerstoff für den Zuschauer zu gleich. 9/10
> T r a i l e r

Donnerstag, 12. Januar 2012

Kinoreview - ANNE LIEBT PHILIPP (Kritik)


Kino: Anne liebt Philipp (Jørgen + Anne = sant)
Ein bezaubernder Kinderfilm irgendwo zwischen französischer Leichtigkeit, norwegischer Schwermut und einer großen Portion betörender Schauspielführung. Und viel Fantasie! 8/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

Freitag, 11. November 2011

Kinoreview - ANONYMOUS (Kritik)


Kino: Anonymous (Kritik)
Eine brauchbare, elisabethanische Instanttragödie, neben der "Tudors" zwar wie ein dramatisches Meisterstück wirkt, wohingegen Emmerichs hölzernes Puppentheater unfreiwillig theatralische Momente bietet. Aber nach Filmen wie "10.000 B.C" und "2012" nimmt man solche Mängel mit Handkuss in Kauf. 7/10
> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film

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