Donnerstag, 2. Juli 2015

Kurzreview: Andy Weirs DER MARSIANER (Buch)

Andy Weirs "Der Marsianer" (Heyne Verlag) ist wahrlich ein fesselndes Buch. Eine ausgeprägte Handlung sucht man zwar vergebens. Echte Konflikte mit echten Opfern sind auch rar gesäht. Stilistisch noch sehr rudimentär. Aber diese Mischung aus Marlen Haushofers "Die Wand" und "Apollo 13" verrührt mit einer großen Portion MacGyver ist enorm unterhaltsam. Ungemein lakonisch. Wissenschaftlich - soweit ich es nachvollziehen kann - plausibel oder zumindest ausgezeichnet so getan als ob.

Ridley Scotts Verfilmung kann also kommen. Sieht soweit auch vielversprechend aus (siehe Trailer). Nur Matt Damon als Mark Watney ist ein saurer Drops, der das ganze in die assoziationsschwangere "Saving Private Ryan in Interstallar Space"-Ecke drängt . Warum kein Ryan Phillippe? Jason Bateman? Ryan Gosling? Irgendein talentierter Thirtysomething, der nicht so besudelt ist wie eine Raststättenkloake und etwas mehr Wandlungspotential mitbringt. Dass sich ein Määät Dääimäään wesentlich besser verkauft ist schon klar. Ich mein ja nur... (8/10)


Samstag, 3. Januar 2015

Kurzreview: FURY - HERZ AUS STAHL (2015)

"Fury", eine im besten und schlimmsten Sinne amerikanische Antikriegsparabel. Bildgewaltig und mitreissend in den Actionszenen, den guten alten "Kriegsbrüdereid" beschwörend, aufdringlich und belehrend zwischen den Zeilen. Aber leider nicht nur dort. Am Ende erwacht wahrlich der Ami im Tank dieses Actionvehikels und feuert nicht nur inhaltlich aus allen Rohren, sondern schießt dem Zuschauer auch sämtliche US-Kriegsfilmklischees um die Ohren. Bulletproof Helden, Götzenanbetung, Helden Verklärung, "Ich habe Angst"-Dialoge, die Reihenfolge und Art, welche Figuren wie das Zeitliche segnen. "Fury" möchte sich im Canon von "Band of Brothers" einreihen, verkommt aber dabei immer mehr zu einem "Saving Private Ryan" auf Ketten. Fesselnd und furchteinflößend zu Beginn; aufdringlich und belehrend in der Mitte; kaum mehr zu ertragen amerikanisch am Ende.
Auf 60 Minuten gekürzt ließe sich vielleicht tatsächlich eine gute BoB Folge daraus basteln. Dann aber bitte ohne Brad "Ich mime John Waynes nassen Pudel" Pitt. So sehr ich dich mag, Brad. Deine Superstarvisage hat in solchen Filmen nichts zu suchen. (6.5/10, Trailer)


Mittwoch, 31. Dezember 2014

Kurzreview: MOMMY (2014)

"Mommy" ist inhaltlich wie visuell einer der prägendsten Filme 2014, der mit seinem 1:1 Bildformat eine teils unerträgliche Nähe zu den Figuren erzeugt und gleichzeitig mit der Durchbrechung die Katharsis der Figuren auf den Zuschauer überträgt. Dazu ein einzigartiger Soundtrack aus alten nicht selten kitschigen Songs, die durch die Figuren emotional neu aufgeladen werden und einen Metakontext für Film und Zuschauer erzeugt. Regisseur Xavier Dolan gelang eine unverblümte Ode an die unermüdliche Mutterliebe, wie man es ihm kaum zugetraut hätte. Eine leise, kraftvolle Abbitte als Gegengewicht zu seinem zynischeren Erstlingswerk. Fast.
Wieso Dolan, das Regiewunderkind von einst, am Ende des Films sich aber dazu verleiten lässt, seine Mutterfigur endlos über Hoffnung reden zu lassen statt den Film einfach zehn Minuten früher inmitten ihrer hoffnungsschwangeren, tragisch-ehrlichen Fantasiewelt auszublenden, das blieb mir verborgen und hinterlässt bei mir einen unerwartet negativen Eindruck. Dolan konstruiert ein bizarres Bild von einem fiktiven Kanada um der Mutter auf der Zielgeraden doch noch den Boden unter den Füßen weg zu ziehen. Was willst du mir damit sagen, Xavier? Denn ohne den Hoffnungsmonolog, ohne Toronto, ohne Steves irritierend-banalen, weil bedeutungsschwangeren Ritt in den Sonnenuntergang wäre "Mommy" soviel stärker in seiner Aussage, in seiner Wirkung, in meinem Wunsch, den Film uneingeschränkt zu lieben. Vielleicht mein Fehler, denn ich hatte während des Films echte Hoffnung für die Familie Després. (8.5/10, Trailer)



Montag, 29. Dezember 2014

Kurzreview: THE THEORY OF EVERYTHING (2014)

Eigentlich nur ein weiteres Biopic. So konventionell, wie man sich es nur vorstellen kann. Wäre da nicht ein Hauptdarsteller, der jegliche Konventionen überstrahlt. Und wäre da nicht eine real existierende Ikone, deren Persönlichkeit und Werk zehn Filme mit Charisma und Faszination füllen könnte. Eddie Redmayne IST Stephen Hawking. Und Stephen Hawking IST Gott. Ergo: "Theory of Everything" IST (trotz Schwächen und reichlich ‪‎"A Beautiful Mind"-Assoziationen) absolut sehenswert, ungemein gefühlvoll und auf sehr menschliche, völlig unwissenschaftliche Art und Weise inspirierend. (7.5/10, Trailer)



Donnerstag, 14. November 2013

Ein Blog im Winterschlaf

Kurzes Lebenszeichen von mir. Ja, Olo lebt noch. Nein, OlosBlog wird bis auf Weiteres ein trostloser Ort bleiben.

Die Gründe sind recht simpel. Ich konzentriere meine Blogkräfte seit längerer Zeit auf ein anderes Baby von mir (ANIch) und schreibe generell aktuell vermehrt für fremde Plattformen. Privat lasse ich mich über meine Lieblingsthemen auf Facebook aus, wo ich dieselben geistlosen/vollen Kommentare vom Stapel lasse wie hier. Wenn euch das interessieren sollte, könnt ihr mich abonnieren.

Aber OlosBlog wird sicherlich nicht eingestellt, sondern bis zu seiner Reaktivierung in einen ausgedehnten Winterschlaf geschickt. Bis dahin empfehle ich euch bei ANIch vorbei zu schauen, solltet ihr denn ein Herz für Animation und Animationsfilme hegen. Aber wer tut das nicht? ;)


Donnerstag, 18. Juli 2013

Filmreview - PACIFIC RIM (Kritik)


Film: Pacific Rim
Die Neon Genesis Evangelion-Verfilmung, die wir nie bekommen werden. Del Toro mag sich seinen eigenen, persönlichen Anime-Kaiju-RipOff zusammengebastelt haben, aber das auf so fesselnde Weise, dass man ihm am Ende seine Füße küssen möchte. 8/10

> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film


Donnerstag, 6. Juni 2013

Kurzreview - SEELEN (The Host)

Kurzreview: Seelen (The Host)
Objektiv betrachtet ist "Seelen" eine sehr bittere, unfreiwillig komische Pille. Dialoge wie heiße Stecknadeln, eine Handlung wie ätzendes Gift. Stephanie Meyer versteht von Sci-Fi soviel wie Carl Sagans Putzfrau. Darüber hinaus ist dieser Film so unglaublich prüde, beinahe frigide, wie es nur eine Meyer Zustande bringt. Das gipfelt in Dialogen die wie Bauklötze ins Trommelfell des Zuschauer hämmern. Das Schlimmste, Regisseur udn Drehbuchautor Andrew Niccol transferierte die Gedankenwelt der Romanheldin per Voice Over in den Film. Ein Tritt in die Kniekehlen jedes Autoren und literarisch interessierten Menschen.

Aber, trotz allem (und vor allem weil 2013 eine Sci-Fi Enttäuschung nach der anderen auf uns losgelassen wurde) besitzt "Seelen" einen gewissen Charme. Gegen Ende scheinen sogar einige existenzielle Fragen durch, die ansatzweise das Prädikat "Sci-Fi" verdienen. Besonders aber die Atmosphäre und Hauptdarstellerin Saoirse Ronan verdienen Respekt. Und auch Niccols Regie, der trotz der teils unglaublich dämlichen Plotelemente am Ende die richtigen Knöpfe beim Zuschauer zu drücken vermag.

"Dreamcatcher" meets "GZSZ" meets prosaischer Edeltrash, der nüchtern betrachtet schmerzt, aber als Fremdschämorgie und Guilty Pleasure durchaus Spaß bereiten kann. Objektiv: 4/10 | Gefühlt: 6.5/10



Samstag, 18. Mai 2013

Filmreview: EPIC - VERBORGENES KÖNIGREICH (Kritik)


Film: Epic - Verborgenes Königreich
Wer wieder einmal staunend im Kino sitzen, echte Abenteuerluft atmen und Wind in den Haaren spüren möchte – und dabei keinen Wert auf Originalität legt – dem steht mit Epic ein (fast) episches Abenteuer bevor. So lebendig, frei und abenteuerlustig hat man sich seit seinem letzten Sommerausflug nicht mehr gefühlt.

> T r a i l e r
> Meine ganze Kritik zum Film


Montag, 1. April 2013

Dienstag, 19. März 2013

Exklusive STAR TREK INTO DARKNESS Preview in Berlin (Erster Eindruck)

Bad Robot und Paramount luden zum exklusiven Star Trek Into Darkness Screening in Berlin, wo die ersten 30 Minuten plus zwei zusätzliche Szenen aus dem letzten Drittel des Films gezeigt wurden. J. J. Abrams war zwar nicht vor Ort, sondern sprach nur ein kurzes, per Video aufgezeichnetes Intro für Bryan Burk, Produzent von Bad Robot, der an dessen Stelle in Berlin anwesend war. Hier die Highlights des Screenings. (verfasst für Movie-Infos)

- Bryan Burk ließ die Journalisten fast 45 Minuten warten, was aber nicht weiter wild war, da es Häppchen und Getränke gab und jede Menge Nerdtalk für Kurzweile sorgte.

- Endlich saß man im Kinosaal. J. J. Abrams meldete sich mit kurzen Worten über Leinwand zu Wort und versuchte sich als Standup Comedian. Wirklich wichtiges zu sagen hatte er aber nicht.

-  Bryan Burk betrat die Bühne und bekannte sich von Anfang an: Nein, er wäre kein Trekkie und war es nie. Was ihn aber als Produzent der neuen "Star Trek"-Reihe prädestiniert. Sie wollten wieder wie beim ersten Film, beide Zuschauergruppen ansprechen, Trekkies aber auch das breite Publikum.

- Der Produzent zeigte sich schockiert, dass Deutschland nur noch ein richtiges IMAX-Kino besitze. Sie planen Gespräche mit deutschen Kinobetreibern, um den deutschen Fans auch die Möglichkeit zu geben, die IMAX-Variante des Films zu sehen. Nette Worte aber bis zum Kinostart kaum umzusetzen.

- Obwohl Burk lang und breit über die Nachteile von IMAX-Drehs und den Fluch von IMAX-Kameras redete, so konnte er mit simplen Worten zusammenfassen, warum auch "Star Trek 2" wieder mit IMAX Kameras gedreht wurde: Die Bilder seien trotz allem einfach fantastisch.

- Die Ziele der Filmemacher für Teil 2: Mehr Action, mehr Drama, einfach mehr. Oha...

- Aber nun zum Film: Ab jetzt folgen einige Spoiler! 
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